Unbezahlte Gehälter, Spielerstreik und ein geflüchteter deutscher Trainer – der englische Zweitligist Sheffield Wednesday versinkt im Chaos vor dem Saisonstart.
Der Traditionsverein Sheffield Wednesday steckt kurz vor Beginn der neuen Zweitligasaison in England in einer veritablen Krise. Die Profis des Clubs haben mit einem Streik gedroht, nachdem ihre Gehälter wiederholt nicht pünktlich ausgezahlt wurden. In einem gemeinsamen Schreiben machten die Spieler ihrem Unmut Luft und forderten: „dass diese Situation so schnell wie möglich geklärt wird, damit Entscheidungen wie die, nicht in Burnley zu spielen, vermieden werden.“ Tatsächlich hatte die Mannschaft erst kürzlich ein geplantes Testspiel gegen Burnley boykottiert.
Fünf Monate Zahlungsverzug
Die finanzielle Misere hat dramatische Ausmaße angenommen: In den vergangenen fünf Monaten erhielten Spieler und Mitarbeiter bereits viermal verspätet ihre Gehälter. Diese chronische Zahlungsunfähigkeit bringt den Traditionsverein, der seit 1867 existiert, an den Rand des Abgrunds und gefährdet seine Existenz akut.
Trainer-Abgang
Die wirtschaftlichen Turbulenzen spiegeln sich auch im sportlichen Bereich wider. Der deutsche Coach Danny Rohl hat den in Sheffield beheimateten Verein während der Saisonvorbereitung verlassen – ein deutliches Signal für die angespannte Lage. Ob die Mannschaft zum Ligaauftakt am Sonntag beim Premier-League-Absteiger Leicester City antreten wird, steht derzeit in den Sternen.
Transfersperre verhängt
Die Probleme des Clubs reichen noch tiefer: Bereits im Juni verhängte der englische Ligaverband eine Transfersperre gegen Sheffield Wednesday. Grund dafür waren nicht beglichene Ablösesummen und ausstehende Spielergehälter. Diese Sanktion untersagt dem Verein für die kommenden drei Transferperioden, einschließlich des aktuellen Sommerfensters, jegliche Ausgaben für Spielertransfers.
Sheffield Wednesday hat gegen diese Entscheidung allerdings Widerspruch eingelegt.
Eigentümer unter Druck
Im Zentrum der Krise steht Dejphon Chansiri, der thailändische Geschäftsmann, der den Verein 2015 für rund 30 bis 37,5 Millionen Pfund übernommen hat. Der Eigentümer steht mittlerweile unter wachsendem Druck, den Klub zu verkaufen. Berichten zufolge hat er bereits ein Übernahmeangebot in Höhe von 40 Millionen Pfund abgelehnt. Gespräche mit weiteren Interessenten sind ins Stocken geraten, während die finanzielle Situation des Vereins sich weiter verschlechtert.