Ein 75-jähriger ehemaliger Burgtheater-Regisseur wurde Opfer eines dreisten Betrugsfalls an seinem abgelegenen Wohnsitz am Wiener Stadtrand. Im November erschienen unangekündigt zwei bärtige Männer auf seinem Grundstück und begannen ohne Auftrag, das beschädigte Dach seines Schuppens mit Blech zu reparieren.
Nach einer mangelhaften Arbeit forderten sie vom Pensionisten 15.000 Euro. Die Situation eskalierte, als die Männer den Senior unter Druck setzten. „Es war wie im Mafiafilm! Die Männer nahmen einfach auf der Terrasse Platz und weigerten sich zu gehen.“
Aus Furcht überwies der verängstigte Pensionist den geforderten Betrag und druckte sogar eine Zahlungsbestätigung aus, in der Hoffnung, damit sei die Angelegenheit erledigt. Doch bereits am nächsten Tag kehrten die Betrüger zurück und verlangten weitere 45.000 Euro – diesmal sogar mit dem Vorschlag eines Schenkungsvertrags. Auch diese Summe zahlte der von Rechtsanwalt Robert Lattermann vertretene Senior aus Angst vor möglichen Konsequenzen.
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Gerichtliches Nachspiel
Nach weiteren ähnlichen Straftaten in Wien und Niederösterreich gelang es der Polizei schließlich, die Betrüger festzunehmen. Vor Gericht erklärten die Verteidiger Michael Dohr und Amir Ahmed: „Es tut ihnen leid.“ Aufgrund unterschiedlicher Vorstrafen wurden die Brüder zu 18 Monaten bedingter beziehungsweise 18 Monaten unbedingter Haft verurteilt.
Die Täter müssen zudem das erbeutete Geld zurückerstatten.
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