Wiener Lehrerin: „Für muslimische Schüler herrschen andere Regeln“

KULTURKAMPF

Wiener Lehrerin: „Für muslimische Schüler herrschen andere Regeln“

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Symbolbild (FOTO: iStockphoto)

„Kulturkampf im Klassenzimmer“ lautet das neue Buch der Wiener Lehrerin Susanne Wiesinger, in welchem sie die Integrationsprobleme muslimischer Schüler beschreibt und politische Maßnahmen kritisiert.

Seit mehr als 30 Jahren unterrichtet Wiesinger und ist derzeit in einer Neuen Mittelschule im 10. Wiener Gemeindebezirk tätig. Im Interview für die „Kronen Zeitung“ gestand sie, dass es kein einfacher Schritt war, mit diesem Thema an die Öffentlichkeit zu gehen. „Die eine Seite negiert die Probleme, die andere Seite missbraucht sie. Und beides ist in meinen Augen der komplett falsche Weg“, erklärte die Lehrerin.

„Für muslimische Schüler herrschen andere Regeln“
Wiesinger sieht im immer stärkeren werdenden Einfluss des Islam, der kulturellen Zerrissenheit der Schüler, sowie in mangelhafter Integration die größten Probleme. Ebenso berichtet sie in ihrem Buch von Beschneidungen, Ehrenmorden und Drohungen gegen muslimische Mädchen, wenn sich diese nicht angemessen kleiden. Ebenso sitzen ihrer Meinung nach zu viele muslimische Schüler in den Klassen.

Ihrer Meinung nach habe man darüber viel zu lange geschwiegen. Der Stadtschulrat werfe ihr vor „zu übertreiben“ und schlage vor, „diese Dinge intern zu diskutieren“. Eine Einstellung, mit welcher sich Wiesinger nicht wirklich anfreunden kann: „Manchmal erinnert mich das daran, wie die Muslime alles innerhalb ihrer Familien regeln wollen. Doch geschlossene Systeme bringen uns nie weiter“, erzählte sie gegenüber der „Krone“ weiter. Schockiert habe sie am meisten die Tatsache, dass für „muslimische Schüler andere Regeln“ herrschen.

Kulturkampf
In der „Kleinen Zeitung“ schrieb Wiesinger, dass religiöse Gebote und Verbote das Denken dieser muslimischen Schüler beherrschen würden und der Islam das Wichtigste in ihrem Leben geworden sei. Sie würden nur ihrem Glauben gehorchen und alles andere müsse sich unterordnen. „Das ging so weit, dass diese Schüler mit unserer Kultur nichts zu tun haben wollten, sie hassten und sie immer mehr auch aktiv bekämpfen wollten. So wie die „Charlie Hebdo“-Terroristen, die genau deswegen von ihnen bewundert wurden“, schreibt Wiesinger.

Auf die Frage der „Kronen Zeitung“, ob der Kulturkampf verloren sei, antwortete sie: „Wenn wir all das, was ich geschrieben habe, nicht sachlich und lösungsorientiert angehen, dann haben wir ihn verloren. So, und dabei bleibe ich.“

Reaktionen aus der Politik
Während einige ÖVP-Politiker von einem „gefährlichen Sittenbild“, und FPÖ-Stadtrat Maximilian Krauss von einer „nicht mehr still und heimlich, sondern mit Pauken und Trompeten Islamisierung in Wiens Klassenzimmern“ sprechen, so setzt sich Bildungsminister Faßmann (ÖVP) für einen „gesellschaftlichen Konsens“ ein. Er sprach sich zudem für ein „religionsneutrales Auftreten der Repräsentanten des öffentlichen Dienstes“ aus.

SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid kommentierte vergangenen Sonntag, dass „der vormalige Migrationsexperte nun mit türkis-blauen Scheuklappen umherlaufe und keinen Handlungsbedarf mehr für umfassende Integrationsmaßnahmen“ sehe. „Doch auch ihm sollte klar sein: Mit weniger Deutschlehrer und Deutschlehrerinnen wird es keine bessere Integration geben“, kritisierte die ehemalige Bildungsministerin.