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Iran-Konflikt

Wochenlange Angriffe geplant: Trump bringt Flugzeugträger in Stellung

Wochenlange Angriffe geplant: Trump bringt Flugzeugträger in Stellung
FOTO: EPA/STAN GILLILAND
3 Min. Lesezeit |

Während Diplomaten in Genf verhandeln, bereitet das Pentagon einen möglichen wochenlangen Militärschlag vor. Trump lässt den Druck auf Teheran weiter steigen.

Das US-Militär trifft umfangreiche Vorbereitungen für einen möglichen wochenlangen Einsatz gegen den Iran, falls Präsident Donald Trump einen entsprechenden Angriffsbefehl erteilen sollte. Zwei anonym bleibende US-Regierungsvertreter bestätigten dies am Freitag gegenüber Reuters. Die aktuellen Planungen gestalten sich nach Insiderinformationen komplexer als bei früheren Operationen.

Im Gegensatz zur Operation „Midnight Hammer“ vom Juni vergangenen Jahres, bei der Tarnkappenbomber iranische Atomanlagen angriffen, könnten bei einem länger andauernden Einsatz nun auch staatliche und sicherheitsrelevante Einrichtungen des Iran ins Visier genommen werden – nicht nur die nukleare Infrastruktur. Die USA rechnen fest mit iranischen Vergeltungsmaßnahmen, was zu einem längeren Schlagabtausch zwischen beiden Seiten führen könnte.

Trump selbst befeuerte die Spannungen mit Teheran weiter, indem er einen Regimewechsel im Iran als „das Beste, was passieren könnte“ bezeichnete. Obwohl er sich weigerte, potenzielle Nachfolger zu benennen, deutete er an, dass es gewisse „Leute“ gebe.

Bei einem Truppenbesuch in Fort Bragg in North Carolina erklärte der US-Präsident, eine Einigung mit dem Iran gestalte sich schwierig. „Manchmal muss man Furcht erzeugen“, sagte Trump und fügte hinzu, dass nur Furcht die Situation klären werde. Er rechtfertigte seine Ungeduld mit jahrzehntelangen, ergebnislosen Verhandlungen, die viele amerikanische Leben gekostet hätten.

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Militärische Verstärkung

Die US-Regierung kündigte am Freitag die Verlegung eines weiteren Flugzeugträgers in den Nahen Osten an, begleitet von tausenden zusätzlichen Soldaten, Kampfflugzeugen und Zerstörern. Zur Frage nach den Vorbereitungen für einen längeren Militäreinsatz erklärte die stellvertretende Sprecherin des Weißen Hauses, Anna Kelly, lediglich: „Präsident Trump hat alle Optionen in Bezug auf den Iran auf dem Tisch.“

Der Flugzeugträger „Gerald R. Ford“ wird auf Anweisung des Pentagons die bereits in den vergangenen Wochen in den Nahen Osten verlegten Streitkräfte verstärken – darunter den Flugzeugträger „Abraham Lincoln“, mehrere Lenkwaffenzerstörer, Kampfflugzeuge und Überwachungsflugzeuge. Die „Gerald R. Ford“, der modernste und größte Flugzeugträger der USA, war zuvor in der Karibik im Einsatz und nahm Anfang des Jahres an Operationen in Venezuela teil.

Der Flugzeugträger „Gerald R. Ford“ befindet sich grundsätzlich seit Juni vergangenen Jahres auf See und war vor seiner überraschenden Verlegung in die Karibik im November eigentlich für einen Einsatz in Europa vorgesehen. Mit insgesamt elf Flugzeugträgern in der US-Flotte gelten diese Schiffe als begrenzte Ressource, deren Einsatzpläne normalerweise langfristig festgelegt werden.

Diplomatische Bemühungen

Amerikanische und iranische Diplomaten führten in der vergangenen Woche bereits Gespräche in Oman, um die diplomatischen Bemühungen bezüglich des iranischen Atomprogramms wiederzubeleben. Obwohl beide Seiten ihre grundsätzliche Verhandlungsbereitschaft im langjährigen Atomstreit signalisiert haben, bestehen inhaltliche Differenzen.

Der Iran will ausschließlich über sein Atomprogramm und Sanktionserleichterungen verhandeln, nicht jedoch über sein Programm für ballistische Raketen. Washington hingegen besteht darauf, dass die Atomgespräche auch die ballistischen Raketen des Landes, die Unterstützung bewaffneter Gruppen in der Region sowie die Behandlung der iranischen Bevölkerung umfassen.

Nach Informationen des Nachrichtenportals „Axios“ wird eine neue Verhandlungsrunde am kommenden Dienstag in Genf erwartet.

Eine mit der Angelegenheit vertraute Person bestätigte gegenüber Reuters, dass sich eine US-Delegation mit den Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner am Dienstagvormittag mit iranischen Vertretern treffen wird. Dabei sollen auch Vertreter des Oman als Vermittler anwesend sein.