Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
PROZESS

Wollten die perfekte Ballerina: Eltern hungern Tochter fast zu Tode

Wollten die perfekte Ballerina: Eltern hungern Tochter fast zu Tode
FOTO: Western Australia District Court
2 Min. Lesezeit |

In Australien sorgt ein gravierender Fall von Kindesmisshandlung für großes Aufsehen. Ein Elternpaar aus Perth steht vor Gericht, nachdem bekannt wurde, dass es seine 17-jährige Tochter massiv vernachlässigt und von der Außenwelt isoliert hat.

Isoliertes Leben

Das junge Mädchen, das lediglich zum Ballettunterricht ihr Zuhause verlassen durfte, wurde im April 2021 von der Polizei in einem alarmierenden Gesundheitszustand aufgefunden. Bei einer Körpergröße von 1,47 Metern wog sie nur noch 28 Kilogramm. Eine streng vegane Ernährung und der Hausunterricht unter der strengen Aufsicht der Eltern führten zu ernsthaften gesundheitlichen Folgen. Die täglichen Ballettstunden stellten ihre einzige soziale Interaktion dar.

Ballettlehrerin wendete sich an Behörden

Bereits 2019 hatte eine besorgte Tanzlehrerin die Eltern auf den kritischen Gesundheitszustand des Mädchens aufmerksam gemacht und empfohlen, die Ernährung zu verändern und die Anzahl der Tanzstunden zu reduzieren. Die Eltern reagierten darauf, indem sie die Ballettschule wechselten. Auch die neue Lehrerin erkannte die besorgniserregende Lage: „Sie war nur noch Haut und Knochen.“ Sie wandte sich Ende 2020, nach erfolglosen Gesprächen mit den uneinsichtigen Eltern, an die Behörden. Vor Gericht sagte sie später aus: „Sie war kleiner und schmaler als andere Tänzer ihres Alters, besonders an den Schultern und Hüften.“ 

Eltern fälschten Unterlagen

Trotz mehrfacher Aufforderungen durch das Gericht, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, zeigten die Eltern monatelang keinerlei Einsicht. Als Zwangsmaßnahmen drohten, brachten sie ihre Tochter am 1. April 2021 zu einer Ärztin. Der Vater behauptete, seine Tochter sei „gesund“ und „energiegeladen“, und präsentierte eine gefälschte Geburtsurkunde, um das Alter des Mädchens auf 14 Jahre herabzusetzen.

[crp box=“1″ limit=“3″ heading=“1″ offset=“0″]

Die Ärztin reagierte umgehend und ließ das Mädchen ins Krankenhaus einweisen. Dort setzten die Eltern ihr kontrollierendes Verhalten fort, indem sie darauf bestanden neben ihr zu schlafen und sogar mit ihr auf die Toilette gingen. Krankenhausmitarbeiter bekräftigt im Prozess, dass die Eltern sie wie ein kleines Kind behandelten, mit ihr Teletubbies am Tablet schauten und ihr sogar die Zähne putzten.

Das Mädchen wurde zwischenzeitlich in staatliche Obhut übergeben, während der Prozess gegen die Eltern fortgesetzt wird.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen