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saftiger Preisaufschlag

Zugticket-Alarm: ÖBB kündigt neue Preiserhöhung an!

Zugticket-Alarm: ÖBB kündigt neue Preiserhöhung an!
FOTO: ÖBB/Harald Eisenberger
4 Min. Lesezeit |

Die Bahnlandschaft Österreichs steht vor einem Umbruch: Mit der Koralmbahn schrumpft die Reisezeit zwischen Graz und Klagenfurt auf 41 Minuten – bei steigenden Ticketpreisen.

Ab Dezember bringt die neue Koralmbahn eine Zeitenwende im österreichischen Bahnverkehr. Mit der Inbetriebnahme der Strecke zwischen Graz und Klagenfurt verkürzt sich die Fahrzeit auf nur 41 Minuten mit dem schnellsten Zug. Die ÖBB stellte ihren neuen Fahrplan vor, der ab 14. Dezember gilt und das Angebot in Südösterreich massiv ausweitet: 26 tägliche Verbindungen werden künftig Wien mit Klagenfurt verbinden, 33 mit Graz. Ab 2026 wird auch die Westbahn-Gesellschaft diese Strecken bedienen. Gleichzeitig kündigen die Bundesbahnen Ticketpreiserhöhungen von mindestens vier Prozent an.

⇢ Das ist der neue Fahrplan der ÖBB!

ÖBB-Vorstandsvorsitzender Andreas Mattha betonte bei der Präsentation die deutliche Ausweitung des Fernverkehrsangebots um rund 30 Prozent. „Zwischen Wien und Graz bieten wir praktisch einen Halbstundentakt für unsere Fahrgäste. Wir haben das größte und beste Taktangebot“, erklärte Mattha vor Medienvertretern. Er unterstrich den Wettbewerbsvorteil gegenüber dem Auto und die Bedeutung für umweltfreundliche Mobilität. Die Verbindungen zwischen Wien und Klagenfurt werden von derzeit zehn auf mehr als das Doppelte aufgestockt.

Die Inbetriebnahme der Koralmbahn markiert einen historischen Meilenstein für Südösterreich – trotz erheblichen Spardrucks, Diskussionen um Haltestellenkonzepte bei den schnellsten RJX-Zügen und zurückgestellter Projekte. Erstmals seit Jahrzehnten geht eine komplett neue Bahnstrecke in Österreich in Betrieb. Zur Vollendung der neuen Südbahn fehlt dann nur noch der sich bereits im Bau befindliche Semmeringtunnel.

Neue Verbindungen

Mit dem Fahrplanwechsel wird auch die Tauernachse deutlich aufgewertet. Künftig verkehren Züge im Stundentakt von Graz, Klagenfurt und Villach über Spittal an der Drau, Mallnitz und Bad Gastein nach Salzburg. Zwischen Graz und Salzburg entstehen sieben direkte Verbindungen, zwischen Villach und Salzburg sogar 20. Zudem werden fünf tägliche Direktverbindungen von Graz nach München angeboten.

Da die Koralmbahn das bisherige inneralpine Schienennetz umgeht, entstehen über Leoben und Bruck an der Mur neue Verbindungsoptionen nach Linz, Graz, Maribor, Klagenfurt, Salzburg und Innsbruck. Diese werden mit „Interregio“-Zügen bedient, die teilweise im Ein- und teilweise im Zweistundentakt verkehren. Für diese neuen Strecken werden 27 barrierefreie „Interregio“-Triebzüge eingesetzt, die mit erster Klasse und Snack-Bereichen inklusive Trolley-Service ausgestattet sind.

Preiserhöhungen angekündigt

Zur konkreten Höhe der angekündigten Preiserhöhungen hielt sich der ÖBB-Chef bedeckt. Während Mattha bei der Pressekonferenz von einem Prozentsatz sprach, „bei dem jedenfalls ein Vierer davor stehen“ werde, wollten ÖBB-Sprecher auf Nachfrage der APA keine genaueren Angaben machen. Sie verwiesen lediglich darauf, dass man sich „rund um die Höhe der Inflation“ bewegen werde, ohne den konkreten Referenzwert zu nennen. Zum Vergleich: Bei den Metallern wird aktuell eine Jahresinflationsrate von 2,8 Prozent herangezogen, während der August-Wert bei 4,1 Prozent lag. Stattdessen verwies Mattha auf Sparschienentickets zwischen Wien, Graz und Klagenfurt.

Mittlerweile haben die ÖBB konkrete Details zu den Preiserhöhungen bekanntgegeben: Ab 15. Dezember 2024 steigen die Standardtickets um durchschnittlich 4,9 Prozent – die erste Preisanpassung seit 18 Monaten. Als Entschädigung für zurückliegende Unwetterschäden führen die Bundesbahnen 150.000 Sparschiene-Tickets zum reduzierten Maximalpreis von 29,90 Euro statt 69,90 Euro ein, gültig vom 16. Oktober 2024 bis Ende Januar 2025.

Parallel dazu wird auch das österreichweite KlimaTicket um 7,7 Prozent teurer: Ab 1. Januar 2025 kostet die Classic-Version 1.179,30 Euro statt bisher 1.095 Euro. Die Preisanpassung erfolgt aufgrund der Anpassung an den Verbraucherpreisindex der Statistik Austria. Tickets können noch bis 31. Dezember 2024 zum alten Preis erworben werden.

Die Verbindungen zwischen Graz und Klagenfurt werden von bisher acht Busverbindungen auf 29 tägliche Bahnverbindungen ausgeweitet. Die Fahrzeit von Wien nach Klagenfurt verkürzt sich um 45 Minuten auf 3 Stunden und 10 Minuten. Auch internationale Verbindungen profitieren: Mit dem RJX erreicht man von Wien aus Venedig künftig in 7 Stunden und 10 Minuten statt bisher 7 Stunden und 40 Minuten, Triest sogar in 6 Stunden und 38 Minuten statt 9 Stunden und 18 Minuten. Zusätzlich werden neue Verbindungen nach Tschechien und Polen eingerichtet.

Einschränkungen drohen in den kommenden Jahren durch Komplettsperren der Deutschen Bahn, die ihr sanierungsbedürftiges Schienennetz modernisieren muss. Diese werden zu längeren Fahrzeiten, Ausfällen und Umleitungen führen – betroffen sind das Deutsche Eck und die Strecke über Passau nach Nürnberg.

Mattha kommentierte: „Das ist schmerzhaft, aber nahezu alternativenlos wenn man sieht, wie sehr wir derzeit leiden unter den Infrastruktur-Einschränkungen im deutschen Netz.“ Diese Probleme beeinträchtigen bereits jetzt die Pünktlichkeit der ÖBB im Fernverkehr.

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KO KOSMO-Redaktion
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