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Körperdruck

Zwei T-Shirts bei 38 Grad“: Diese Schönheits-OP boomt bei Männern

Zwei T-Shirts bei 38 Grad“: Diese Schönheits-OP boomt bei Männern
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Zwei T-Shirts übereinander bei 38 Grad – für Lewis Gonzalez war dies der einzige Weg, seine Männerbrust zu verbergen. Ein Problem, das immer mehr Männer zur OP treibt.

Unrealistische Körperbilder in sozialen Medien setzen Männer zunehmend unter Druck. Die Flut an perfekt inszenierten Körpern mit definierten Muskeln und makellosem Erscheinungsbild suggeriert eine vermeintliche Mühelosigkeit, die mit der Realität wenig gemein hat. Besonders belastend erleben viele Betroffene die sogenannte Gynäkomastie – eine Vergrößerung des männlichen Brustdrüsengewebes, umgangssprachlich als „Man Boobs“ bezeichnet. Diese Veränderung führt zu einem weiblich anmutenden Erscheinungsbild der Brust und kann mit Schmerzen verbunden sein.

Am häufigsten tritt die Pubertäts-Gynäkomastie auf. Während der hormonellen Umstellung zu Beginn der Pubertät entwickeln zahlreiche Jugendliche ein temporäres Brustwachstum, das ein- oder beidseitig auftreten kann. In vielen Fällen bildet sich diese Veränderung ohne Behandlung zurück. Persistiert die Brustvergrößerung jedoch oder manifestiert sie sich erst im Erwachsenenalter, kommen verschiedene Ursachen in Betracht: Neben Medikamenten, die den Hormonhaushalt beeinflussen, können hormonelle Erkrankungen, Tumorbildungen an Hoden, Hirnanhangsdrüse oder Brust sowie schwerwiegende Allgemeinerkrankungen wie Leberzirrhose verantwortlich sein.

Persönliche Leidensgeschichte

Die psychische Belastung durch eine ausgeprägte Männerbrust schildert Lewis Gonzalez im Gespräch mit der „New York Post“: „Es gab Sommer, da musste ich zwei Shirts übereinander tragen, nur um mich wohl genug zu fühlen, um nach draußen zu gehen, selbst bei 38 Grad Celsius.“ Um sein Schamgefühl zu überwinden, entschied sich Gonzalez für eine chirurgische Brustverkleinerung. Rund 10.000 Dollar musste er dafür ansparen. Die Entscheidung bereut er nicht: „Es hat mein Leben verändert“, berichtet er.

Mit seinem Leidensdruck steht Gonzalez nicht allein da. Schönheitschirurgen verzeichnen seit Jahren einen deutlichen Anstieg bei Männern, die sich aufgrund einer Gynäkomastie operieren lassen. „Seit 2020 habe ich definitiv einen starken Anstieg bei Männern beobachtet, die sich beraten lassen und sich einer Gynäkomastie-Operation unterziehen“, erklärt die New Yorker Chirurgin Claudia Kim gegenüber der „New York Post“. Auch die „American Society of Plastic Surgeons“ bestätigt diesen Trend.

Wachsender Trend

Nach Erhebungen der „American Society of Plastic Surgeons“ ist die Korrektur der Männerbrust inzwischen die häufigste Schönheitsoperation bei amerikanischen Männern: Während sich 2019 etwa 21.000 Männer diesem Eingriff unterzogen, stieg die Zahl bis 2024 auf über 26.000 an.

Parallel dazu wächst die Bereitschaft der Betroffenen, ihre Verunsicherungen offen zu thematisieren und das Tabu zu brechen. Die zunehmenden Operationszahlen verdeutlichen den Wandel im männlichen Körperbewusstsein – und zeigen, dass Schönheitsdruck längst nicht mehr ausschließlich Frauen betrifft. Wer den eigenen Körper kritisch betrachtet, fokussiert sich häufig nur noch auf vermeintliche Defizite: unzureichende Muskeldefinition, überschüssiges Fett oder Körperpartien, die trotz sportlicher Bemühungen unverändert bleiben.

Die Problematik liegt darin, dass manche körperlichen Merkmale genetisch determiniert sind.

Für zahlreiche Männer resultiert daraus eine permanente psychische Belastung.