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Brandgefahr

1000 Grad in Sekunden: Nach Flammeninferno wird nach Antworten gesucht

1000 Grad in Sekunden: Nach Flammeninferno wird nach Antworten gesucht
Foto: epa/JEAN-CHRISTOPHE BOTT, iStock
3 Min. Lesezeit |

Wenn der Rauch zur tödlichen Falle wird: Flashover-Phänomene können selbst erfahrene Feuerwehrleute überraschen und moderne Gebäude bergen dabei besondere Risiken.

Bei einer Rauchgasdurchzündung, dem sogenannten Flashover, erreichen die Rauchgase extrem hohe Temperaturen. Sobald Sauerstoff hinzukommt, entzündet sich das darin enthaltene Kohlenmonoxid explosionsartig. Der gesamte Rauch gerät schlagartig in Brand. Bei besonders hohen Temperaturen kann auch die komplette Inneneinrichtung Feuer fangen.

In meiner Laufbahn als Feuerwehrmann habe ich einen solchen Flashover selbst miterlebt – ein äußerst seltenes Ereignis, selbst für erfahrene Einsatzkräfte. Moderne Gebäude bergen dabei ein besonderes Risiko: Die heute üblichen Zwei- oder Dreifachverglasungen halten bei einem Brand deutlich länger stand als frühere Einfachverglasungen. Dadurch können sich Brände im Inneren stärker aufheizen. Als Gegenmaßnahme verfügen wir heute über effektivere Früherkennungssysteme. Theoretisch kann ein Flashover jedoch in jedem Gebäude auftreten.

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Sicherheitsmaßnahmen

Entscheidend ist eine frühzeitige Branderkennung mit sofortiger Alarmierung. In Diskotheken funktioniert das beispielsweise so: Bei Auslösung eines Rauchmelders ertönt umgehend ein akustisches Warnsignal. Gleichzeitig wird die Musikanlage heruntergefahren, damit das Alarmsignal für alle hörbar ist. Betreiber solcher Einrichtungen müssen zwingend auf freie Fluchtwege achten. Notausgänge dürfen niemals blockiert sein und müssen entweder offen oder mit Panikverschlüssen ausgestattet sein – diese ermöglichen auch bei abgeschlossenen Türen die Flucht, da der Türdrücker die Verriegelung aufhebt.

Da Hitze naturgemäß aufsteigt und sich unter der Decke sammelt, entzündet sich die Deckenverkleidung bei einem Brand besonders schnell. Die Sicherheitsvorschriften in Deutschland haben sich kontinuierlich weiterentwickelt. Veranstaltungen ab einer bestimmten Teilnehmerzahl unterliegen der Versammlungsstättenverordnung. Diese regelt präzise die Dimensionen der Rettungswege, schreibt die Installation von Wandhydranten, Löschanlagen oder Brandmeldeanlagen vor und definiert, welche Materialien verwendet werden dürfen.

Wunderkerzen stellen bei sachgemäßer Handhabung keine besondere Gefahr dar. Anwender sollten jedoch stets die unmittelbare Umgebung im Blick behalten. Brennbare Materialien müssen aus dem Gefahrenbereich entfernt werden. Sowohl Wunderkerzen als auch Tischfeuerwerke erfordern ständige Beaufsichtigung.

Tragischer Brandfall

Nach dem verheerenden Feuer in Crans-Montana im Schweizer Kanton Wallis, bei dem Temperaturen bis zu 1000 Grad erreicht wurden, bot sich den Rettungskräften ein Bild des Schreckens. Vermutlich waren die in der Bar verwendeten Dämmmaterialien nicht zugelassen. Die Identifizierung der Opfer dieser Brandkatastrophe wird voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen.

In sozialen Netzwerken suchen zahlreiche Menschen nach ihren Angehörigen, was teilweise zu chaotischen Zuständen führt.