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Sicherheitszone

365 Vorfälle: Diese Wiener U6-Station ist ein Sicherheits-Sonderfall

365 Vorfälle: Diese Wiener U6-Station ist ein Sicherheits-Sonderfall
Symbolbild Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Eine U-Bahn-Station, ein Sicherheitsstandposten – und Hunderte Vorfälle: Wien-Mariahilf sorgt für politischen Zündstoff.

Die U6-Station Gumpendorfer Straße in Wien-Mariahilf steht seit geraumer Zeit im Zentrum eines sicherheitspolitischen Konflikts. Die räumliche Nähe zur Suchthilfeeinrichtung Jedmayer sorgt für anhaltende Spannungen – und für politischen Streit über den richtigen Umgang mit der Lage.

Die Suchthilfeeinrichtung Jedmayer in Wien-Mariahilf bietet unter anderem ein Tageszentrum, eine Notschlafstelle, ein Ambulatorium sowie betreutes Wohnen an und richtet sich damit ausdrücklich an Menschen mit schweren substanzgebundenen Suchtproblemen. Das Jedmayer stellt rund um den Standort Gumpendorfer Gürtel 8 in Wien nach eigenen Angaben 26 Notschlafplätze und 15 betreute Wohnplätze zur Verfügung und bietet zusätzlich lebenspraktische Hilfsangebote wie Nahrung, Kleidung, Hygiene und Aufenthalt an.

Alarmierende Vorfallszahlen

Seit dem 8. Mai 2026 ist rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße sowie den Fritz-Imhoff-Park eine Schutzzone eingerichtet. Die Schutzzone basiert rechtlich auf § 36a Sicherheitspolizeigesetz und hat laut Stadt Wien und Polizei ausdrücklich den Zweck, Minderjährige zu schützen und den verfestigten Drogenhandel an diesem Standort nachhaltig zu bekämpfen. Die Schutzzone trat laut Verordnung der Landespolizeidirektion Wien am 08.05.2026 in Kraft und ist bis zum Ablauf des 08.11.2026 befristet.

Bis Mitte Juli wurden in diesem Rahmen 329 Betretungsverbote ausgesprochen und 148 Anzeigen erstattet. Für den Zeitraum zwischen Jänner 2023 und Mai 2026 verzeichneten die Wiener Linien insgesamt 365 sicherheitsrelevante Vorfälle an diesem Standort.

Bemerkenswert ist zudem, dass die Station als einzige im gesamten Wiener U-Bahn-Netz über einen fixen Sicherheitsstandposten verfügt – seit Mitte 2024 wurden dort rund 2.800 Einsatzstunden geleistet. Die entsprechenden Daten hat die Wiener ÖVP über eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz erhalten.

Politischer Streit

Die Bezirksobleute Gerhard Hammerer und Felix Ofner sehen in diesen Zahlen eine klare Bestätigung ihrer bisherigen Einschätzung. „Wenn ausgerechnet die U6-Station Gumpendorfer Straße als einzige Station Wiens dauerhaft mit fixen Sicherheitskräften besetzt werden muss, dann ist das der endgültige Beweis dafür, dass sich die Situation rund um den Jedmayer längst zu einem sicherheitspolitischen Ausnahmefall entwickelt hat“, erklärten Hammerer und Ofner.

Gleichzeitig betonten sie: „Die Polizei und die Mitarbeiter der Wiener Linien leisten hervorragende Arbeit.“ Dennoch halten die beiden ÖVP-Politiker fest, dass die getroffenen Maßnahmen zwar notwendig, aber nicht ausreichend seien – das eigentliche Problem bleibe ungelöst. Ihre Kritik richtet sich dabei explizit gegen Gesundheitsstadtrat Peter Hacker und Drogenkoordinator Ewald Lochner, denen sie vorwerfen, die strukturellen Ursachen der Lage nicht wirksam anzugehen.

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KO KOSMO-Redaktion
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