Wien-Favoriten: In einem modernen Stadtquartier häufen sich Vorfälle – und die Geduld der Anrainer ist längst am Limit.
Im Wiener Stadtentwicklungsgebiet „Neues Landgut“ in Wien-Favoriten wächst die Sorge unter den Bewohnern. Offener Drogenhandel und Gewaltvorfälle belasten das Sicherheitsgefühl im Quartier zunehmend, und die Forderungen nach einem entschlossenen Eingreifen von Polizei und Politik werden lauter.
Das Grätzel rund um das „Neue Landgut“, unweit des Wiener Hauptbahnhofs gelegen, gilt als eines der bedeutenderen Stadtentwicklungsprojekte in Wien-Favoriten. Es beherbergt die drittgrößte Bücherei der Bundeshauptstadt, einen Bildungscampus sowie mehrere Wohngebäude. Doch hinter dieser Infrastruktur verbirgt sich ein wachsendes Problem: Zwischen März 2025 und Juni 2026 wurden mehr als 200 Vorfälle dokumentiert – darunter Vermüllung, offener Drogenhandel und Gewalttaten.
Messerangriff erschüttert Viertel
Besonders aufsehenerregend war ein Messerangriff auf einem Fußballplatz im Quartier, der sich Anfang Mai 2025 ereignete und die Nachbarschaft nachhaltig erschütterte. Fahrraddiebstähle beim Unternehmen Waterdrop sowie Vorfälle im Gemeindebau Willi-Resetarits-Hof sind nur einige der gemeldeten Fälle. Hinzu kommt, dass obdachlose Personen Privatgärten in Beschlag nehmen – was den Wunsch nach höheren Einzäunungen aufkommen lässt.
Die anhaltende Kriminalität treibt die Anrainer dazu, ihren Unmut öffentlich zu machen. Aus der Bewohnerschaft heißt es, „es brauche mehr sichtbare Polizeipräsenz. Auch die Politik müsse handeln, bevor die Lage komplett eskaliert.“
Reaktionen der Behörden
Polizei und BUWOG sind über die Missstände informiert und haben bereits mit verstärkten Streifengängen reagiert. Das Büro von Bezirkschef Marcus Franz lässt ausrichten, man „behalte das Viertel im Auge“, und plant, die Sozialarbeit „Sam“ mit der Beobachtung der Lage vor Ort zu beauftragen.