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PFLEGEFALL

81-jährige Wienerin wegen Vernachlässigung der Tochter vor Gericht

Kosmo-Serbin-Kiind
(FOTO: iStockphoto/Spitzt-Foto)

Eine 81-jährige aus Serbien stammende Wienerin wurde angeklagt, den Tod ihrer pflegebedürftigen 52-jährigen Tochter durch mangelhafte Pflege und gröbliche Vernachlässigung herbeigeführt zu haben. Dafür drohten der Pensionistin bis zu 10 Jahre Haft.

Die schwerkranke Tochter der Pensionistin, die seit einiger Zeit an multipler Sklerose litt und bettlägerig war, starb am 15. August letzen Jahres in ihrer Wohnung.

Nach dem Tod ihres Ehemannes im Herbst 2020 war die Mutter zu der Tochter gezogen, um sie zu pflegen. Die Angeklagte gab zu Protokoll, dass sie mehrere Pflegekräfte für die Tochter engagiert hatte, diese aber auf Grund von Lockdowns nicht mehr aus Serbien anreisen durften.

Wie Medien berichten, wurde der 81-jährigen Mutter der Verstorbenen zur Last gelegt, die Tochter nicht ausreichend ernährt und gepflegt zu haben.

„Die Frau hatte eine Schluckstörung und war dermaßen abgemagert, dass sie bei ihrem Ableben bei einer Größe von 1,67 Meter nur 25 Kilogramm wog. Sie starb in ihrer Wohnung in Wien-Meidling“, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Der Rechtsanwalt der Angeklagten 81-jährigen rückte die Geschichte in ein völlig anderes Licht:

„Meine Klientin nahm die Pflege der Schwerkranken auf sich, weil das sonst niemand machen konnte. Sie pflegte und kümmerte sich um ihre Tochter, die Angst vor einer Einweisung in ein Krankenhaus und Zwangsernährung über eine Sonde hatte. Sie wollte auf keinen Fall in einem Krankenhaus sterben, und diesen Wunsch hat ihr ihre Mutter erfüllt“, erklärte der Rechtsvertreter der Angeklagten.

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