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Smart Meter

Umstieg auf digitale Stromzähler kostet 2,18 Milliarden statt 830 Millionen

Umstieg auf digitale Stromzähler kostet 2,18 Milliarden statt 830 Millionen
(FOTO: Wiener Netze/Manfred Tucherl)
3 Min. Lesezeit |

Die ambitionierten Ziele der Europäischen Union und Österreichs zur flächendeckenden Einführung sogenannter Smart Meter, also moderner, digitaler Stromzähler, waren nur schwer zu erreichen. Ursprünglich sollte bis Ende 2020 eine Installationsquote von 80 Prozent erreicht werden, während Österreich sich selbst eine Marke von 95 Prozent gesetzt hatte. Ein Blick auf die Zahlen des Vorjahres offenbart jedoch, dass lediglich 68 Prozent der Anschlüsse mit Smart Metern ausgestattet waren.

Ziel bis Ende 2024: 95 Prozent Ausstattungsquote

Trotz anfänglicher Verzögerungen strebt Österreich weiterhin eine flächendeckende Ausstattung an. Von den 6,6 Millionen installierten Zählern sind mittlerweile 5,6 Millionen modernisiert. Die EU-Kommission hat auf Verzögerungen verschiedener Mitgliedstaaten reagiert und die Frist für die Smart Meter Expansion bis Ende 2024 verlängert.

Kostenexplosion bei der Smart Meter Einführung

Die finanzielle Seite des Großprojekts wirft jedoch Schatten. Laut dem Bericht des Rechnungshofs wurden die anfänglichen Investitionskosten für die intelligenten Stromzähler von prognostizierten 830 Millionen Euro auf 1,78 Milliarden Euro nach oben korrigiert. Inklusive der Betriebskosten ergibt sich ein Gesamtbetrag von 2,18 Milliarden Euro. Da Netzverluste und Finanzierungskosten in dieser Rechnung noch nicht enthalten sind, könnte das finanzielle Resümee künftig noch drastischer ausfallen. Im Schnitt kostete ein Smart Meter in der Einführungsphase 330 Euro, wie die Prüfer feststellten.

Ernüchternde Bilanz und technische Hindernisse

Bezüglich des Nutzens der neuen Technologie für die Endkunden und die Volkswirtschaft bleibt der Rechnungshofbericht skeptisch. Es wird angemerkt, dass der erwartete Mehrwert bisher ausgeblieben oder deutlich geringer als erwartet ist. Hinzu kommen ernsthafte Probleme bei der Datenübertragung: Ende 2022 gab es bei jedem siebten Gerät Kommunikationsprobleme und selbst die offizielle Ausrollquote schloss „nicht intelligente“ Geräte mit ein. Im Sommer 2022 war es keinem Betreiber möglich, täglich alle Messgeräte auszulesen; das stellt eine erhebliche Hürde dar.

Datennutzung und rechtliche Herausforderungen

Einen weiteren Kritikpunkt stellt die rechtlich eingeschränkte Nutzung der viertelstündlich verfügbaren Daten dar. Diese könnten den Netzbetreibern wertvolle Dienste bei der Netzsteuerung leisten, doch die rechtlichen Rahmenbedingungen setzen dem enge Grenzen. Der Rechnungshof stellte zudem fest, dass nur 7,2 Prozent der Konsumenten die viertelstündliche Auslesung nutzten, ein Service, dessen Nachfrage jedoch ansteigt.

Empfehlungen an Regulierungsbehörden und Ministerium

Als Reaktion auf diese Feststellungen „empfiehlt“ der Rechnungshof, dass das Klimaministerium zusammen mit Fachressorts, Regulierungsbehörden, Branchenverbänden und anderen Beteiligten die Einführung der Smart Meter enger begleiten sollte. Besondere Beachtung sollte hierbei der genutzten Kommunikationstechnik sowie der Präzisierung der rechtlichen Bestimmungen zur Nutzung der Smart-Meter-Daten durch die Verteilernetzbetreiber gelten. Ein Fokus liegt auf der Beseitigung von Netzengpässen und der Sicherstellung der Energieversorgung.

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KO KOSMO-Redaktion
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