Trotz der intensiven Bemühungen von Einsatzkräften bleibt der Aufenthaltsort des sechsjährigen Arian aus Niedersachsen unbekannt. Das Verschwinden des kleinen Jungen sorgt für bestürzende Emotionen in der Gemeinschaft; jedoch bitten die Eltern davon abzusehen, eigenhändig Suchaktionen zu initiieren.

Unverminderte Anteilnahme
Trotz intensiver Bemühungen und der Unterstützung durch tausende von Einsatzkräften blieb die fieberhafte Suche bislang erfolglos. Die stetige Präsenz der Tragödie im alltäglichen Leben der Menschen lässt den Wunsch aufkeimen, selbst aktiv zu werden. Doch die Eltern des Sechsjährigen äußerten einen dringlichen Wunsch: Die Öffentlichkeit solle von eigenmächtigen Suchaktionen absehen.
Die Ermittlungen dauern an
Die Nachforschungen werden indessen von den Behörden fortgeführt. „Es ist wichtig, bei den Ermittlungen nicht nur eine Richtung zu verfolgen und dabei andere Möglichkeiten zu übersehen“, erklärt ein Polizeisprecher. Die „Ermittlungsgruppe Arian„, bestehend aus fünf Mitgliedern, analysiert momentan Spuren und Hinweise und entwickelt Hypothesen zum Hergang des Verschwindens.
Spuren am Wasser
Die eine Theorie stützt sich auf Arians Anziehung von Wasser: Fußspuren wurden an der Oste entdeckt, jedoch hat eine intensive Suche, selbst mit Tauchern, nicht zur Auffindung Arians geführt. „Bei so einem Unglücksgeschehen wäre er schnell aus dem Suchgebiet raus“, erläuterte Axel Petermann. Trotzdem hält die Polizei an der Theorie fest, auch weil eine andere Spur direkt zu einem Teich führte, an dem deutliche Zehenabdrücke zu erkennen waren: „Die Hunde haben eine Fährte aufgenommen“, teilte ein Polizeisprecher mit.
Das Elternhaus im Blickpunkt der Ermittlungen
Die zweite Theorie wirft einen Schatten über die Möglichkeit einer Entführung. „Wenn ein Kind verschwindet, ist immer von einer hohen Gefährdung auszugehen. Da schrillen immer die Alarmglocken“, so Petermann weiter. Die neue Ermittlungsgruppe wird jeden Stein umdrehen, um Arians Umfeld akribisch zu untersuchen. Dies schließt das Elternhaus genauso ein wie das Auto der Familie. „Dann werden die Ermittler auf einen Täter achten, der sich aus welchen Gründen auch immer für Kinder interessiert, aber natürlich auch das Umfeld der Familie nicht außer Acht lassen dürfen: Also im Haus nach Spuren schauen, wenn es noch nicht geschehen ist und auch das Auto überprüfen“, betont Petermann.
Aufruf zum Respektieren der Privatsphäre
Ungeachtet des Mangels an offiziellen Suchaktionen mobilisieren sich Privatpersonen, um Arian zu finden – einige davon sind sogar extra angereist. Die Polizei sowie eine Freundin der Familie haben jedoch vor eigenständigen Suchaktionen gewarnt, die Arian erschrecken und somit den Erfolg beeinträchtigen könnten. „Sucht bitte nicht eigenständig nach Arian“, wird auf einer privaten Facebook-Seite appelliert. Polizeisprecher van der Werp zitiert in der Bild: „Die Suche nach dem Jungen ist nicht verboten, aber die Menschen sollten den Wunsch der Familie respektieren.“
Die Hoffnung bleibt erhalten
Die Geschichte erinnert an einen vergleichbaren Fall, bei dem ein Passant nach acht Tagen den entscheidenden Hinweis geben konnte. Man erinnert sich an den kleinen Joe, den man unbeschadet aus einem Schacht rettete – das „Wunder von Oldenburg“. Die Hoffnung auf ein ähnliches Wunder für Arian bleibt bestehen, während die Suche in abgewandelter Form weitergeht.
