Nach umfänglichen Ermittlungen ist der Polizei in Leibnitz ein bedeutender Durchbruch gelungen: Der Mann, der seit August letzten Jahres mit mehreren Bombenanschlägen auf die Zeugen Jehovas in Verbindung gebracht wird, konnte festgenommen werden.
Der Verdächtige, ein 55-jähriger IT-Techniker aus dem Bezirk Graz-Umgebung, wurde an seinem Arbeitsplatz festgenommen. Die Beamten führten auch eine Hausdurchsuchung an seinem Wohnsitz südlich von Graz durch. Der Verdächtige, früher selbst Mitglied der Zeugen Jehovas war, ist geständig und gab an, dass seine Absicht lediglich darin bestand, seiner Ex-Frau Schaden zuzufügen.

Wer ist der Mann hinter den Angriffen?
Zwanzig Jahre lang war der 55-Jährige, ein IT-Techniker von Beruf, Teil der Zeugen Jehovas. Nach dem Ende seiner Ehe und dem darauffolgenden Ausschluss aus der Gemeinschaft geriet sein Leben außer Kontrolle. In den Tagen der Ermittlung kristallisierte sich heraus, dass ein langwieriger Unterhaltsstreit mit seiner Ex-Frau das Motiv hinter den schrecklichen Taten ist. Letztes Jahr entschied er sich seine ehemalige Partnerin zu töten.
Bombenbastler
Der festgenommene Serienattentäter hat detailliert über die von ihm konstruierten Bomben ausgesagt. Diese Rohrbomben, teils mit Magneten versehen, wurden an unterschiedlichen Orten, einschließlich Autos, platziert. Währenddessen durchsucht die Polizei das Haus des Täters im Süden von Graz, in der Hoffnung, weitere Beweise zu finden.
Löste sich die Bombe während der Fahrt?
Ein Großeinsatz der Polizei in Graz, ausgelöst durch den Verdacht auf eine weitere Bombe, endete glücklicherweise ohne detonierenden Fund. Der Verdächtige hatte behauptet, unter dem Auto seiner Ex-Frau eine Bombe platziert zu haben. Da das Auto auf dem Parkplatz eines Supermarkts stand, wurde großflächig abgesperrt. Trotz umfassender Untersuchungen konnte kein Sprengstoff am Auto gefunden werden, sondern nur der Magnet mit dem die Bombe befestigt war: „Wir gehen davon aus, dass die Bombe am Fahrzeug befestigt war. Wo sie sich jetzt befindet, können wir nicht sagen“, so Landeskriminalamtsleiter Rene Kornberger bei einer Pressekonferenz.
Aufatmen bei den Zeugen Jehovas
Die Gemeinschaft der Zeugen Jehovas, die über Monate hinweg im Zustand der Anspannung lebte, zeigt sich erleichtert über die Festnahme des Täters. Markus Kakavis, Sprecher der Zeugen Jehovas in Österreich, drückte seine Dankbarkeit gegenüber den Behörden aus, die mit Engagement den Attentäter ausfindig machen konnten. Diese Entwicklung verspricht ein Stück weit Sicherheit und Erleichterung für die betroffenen Familien und Mitglieder der Glaubensgemeinschaft.
Ermittlungserfolg
Innenminister Gerhard Karner lobte die Arbeit der Ermittler, insbesondere des steirischen Landesamtes für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung, für ihre professionelle und sorgfältige Vorgehensweise, die zur Festnahme des gefährlichen Straftäters führte. Dank ihrer Bemühungen konnten weitere Anschläge verhindert und Menschenleben gerettet werden.
Durch die Festnahme des 55-Jährigen konnte nicht nur ein potenziell katastrophales Ereignis verhindert werden, sondern es wurden auch wichtige Einblicke in die Motivation und Methodik hinter diesen gefährlichen Taten gewonnen.