Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Süßwasservorräte

Trinkwasser: Qualität des Grundwassers wird immer schlechter

Trinkwasser: Qualität des Grundwassers wird immer schlechter
(FOTO: iStock/ognianm)
2 Min. Lesezeit |

In einer Untersuchung zeigen Forscherinnen und Forscher aus Deutschland und Österreich, dass die Klimaerwärmung auch das Grundwasser erwärmt. Mit gravierenden Folgen. Bis zum Jahr 2100 könnten Hunderte Millionen Menschen mit zu warmem Grundwasser konfrontiert sein. Dieses kann dann nicht mehr als Trinkwasser genutzt werden.

Während der größte Anteil des Süßwassers der Erde in Eisform durch die Polarregionen und die Hochgebirge gebunden ist, macht unser Grundwasser etwa ein Drittel der gesamten Süßwasservorräte aus. Die jüngsten Forschungen decken auf, wie kritisch die Auswirkungen der globalen Erwärmung auf diese kostbare Ressource eigentlich sind.

Wasser unter uns erwärmt sich

Ein international besetztes Forschungsteam, hat sich der Aufgabe angenommen, diesen unterschätzten Aspekt der Klimakrise zu beleuchten. Mittels globaler Temperaturprognosen für das Grundwasser, sowohl auf fünf als auch auf 30 Meter unter der Oberfläche, deckte das Team auf, dass Boden und Wasser unter uns nicht immun gegen die steigenden globalen Temperaturen sind. Besonders alarmierend: In Regionen mit flachem Grundwasserspiegel wird eine besonders starke Erwärmung vorhergesagt.

Die Untersuchungen fanden unter der Leitung von Susanne Benz vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Christian Griebler von der Universität Wien statt.

Zwei Zukunftsszenarien

Anhand zweier Szenarien, SSP 245 und SSP 585, welche die möglichen Entwicklungen der Treibhausgasemissionen aufzeigen, wurde eine erschreckende Prognose erstellt. Bei moderaten Emissionen (SSP 245) ist mit einem Anstieg der Grundwassertemperaturen um 2,1 Grad Celsius zu rechnen. Bei hohen Emissionen (SSP 585) sogar um 3,5 Grad.

Diese Erwärmung birgt direkte Risiken für unsere Trinkwasserversorgung. Schon jetzt sind etwa 30 Millionen Menschen von zu warmem Grundwasser betroffen, das möglicherweise aufwendig aufbereitet werden muss, bevor es trinkbar ist. Die Studie legt offen, dass je nach Szenario zwischen 76 und 588 Millionen Menschen bis Ende des Jahrhunderts in Gebieten mit zu warmem Grundwasser leben könnten – eine Zahl, die zum Handeln aufruft.

Regionale Unterschiede und lokale Lösungen

Interessanterweise wird die Erwärmung in Gebirgsregionen, wie den Anden oder den Rocky Mountains, am geringsten sein. In Österreich, vor allem in den Alpen, erwarten die Forschenden ähnliche Muster. Dennoch ist die Situation örtlich unterschiedlich und erfordert angepasste Maßnahmen.

Eine der Schlüsselfaktoren für den Schutz des Grundwassers ist laut den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Landnutzung. Insbesondere die Versiegelung von Böden in städtischen Gebieten trägt zur Erwärmung bei.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen