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TÄUSCHUNG

Schweinefleisch in Rindswurst: Häftlinge klagen Gefängnis

Schweinefleisch in Rindswurst: Häftlinge klagen Gefängnis
FOTO: iStock/AlexPro9500/Elmar Gubisch
2 Min. Lesezeit |

In der Justizvollzugsanstalt Cazis im Schweizer Kanton Graubünden wurden falsche Deklarationen von Fleischprodukten aufgedeckt, was zu strafrechtlichen Ermittlungen führte.

Insassen reichten eine Strafanzeige gegen unbekannte Personen und die Anstaltsleitung ein, da Schweinefleisch in als Rindfleisch deklarierte Produkte gemischt worden war.

Entdeckung der Ungenauigkeit

Die Täuschung kam ans Licht, als ein Insasse, bemerkte dass Schweinefleisch unter das Rindfleisch gemischt wurde um daraus Rindswurst zu machen. Diese entlarvende Entdeckung führte dazu, dass er die anderen Insassen darüber informierte. Acht Häftlinge beschlossen daraufhin, die Staatsanwaltschaft zu informieren, was eine Untersuchung sowie eine Hausdurchsuchung zur Folge hatte. Diese Maßnahmen bestätigten, dass die Kennzeichnung der Schweinefleischanteile fehlten oder zu ungenau waren. Ein Metzger wurde daraufhin freigestellt.

Die in Frage stehenden Fleischprodukte wurden in der Metzgerei und im Hofladen der Justizvollzugsanstalten Realta und Cazis Tignez hergestellt. In der Anstaltsmetzgerei werden hauptsächlich Würste produziert. Eine als Rindswurst gekennzeichnete Probe für den Verkauf im Hofladen enthielt nicht gekennzeichnetes Schweinefleisch. Auch Rindfleischprodukte, die Insassen und Mitarbeiter zum Essen bekamen, wiesen einen überraschend hohen Schweinefleischanteil auf.

Maßnahmen als Reaktion auf den Vorfall

Das Amt für Justizvollzug reagierte mit Sofortmaßnahmen. Die Produktion in der Metzgerei wurde vorübergehend eingestellt, und eine umfassende Überprüfung der Fleischdeklaration eingeleitet. Mathias Fässler, Leiter des Amtes für Justizvollzug, erklärte: „Wir wollen das Vertrauen wieder herstellen und müssen garantieren können, dass alle Fleischprodukte korrekt deklariert sind“.

Die internen Kontrollmechanismen wurden gestärkt, Pensionsverantwortlichkeiten neu geordnet und die Abläufe in der Metzgerei einer genauen Prüfung unterzogen. Vorübergehend wird nur noch Fleisch von externen Lieferanten verwendet. Der aktuelle Menüplan setzt auf Geflügelprodukte, bis sich die Situation beruhigt hat.

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Die Leitung der Anstalt entschuldigte sich bei den Insassen, Mitarbeitern und Kunden für die Irreführung. Mathias Fässler hofft auf eine rasche Aufklärung: „Es tut uns sehr leid für alle Betroffenen. Besonders gegenüber muslimischen Menschen tut es mir sehr leid. Wir hoffen, dass die laufende Strafuntersuchung rasch vollumfängliche Klärung bringt und zügig abgeschlossen werden kann.“

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KO KOSMO-Redaktion
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