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Fahndung

Nach Bankomat-Sprengung: Maskierte zwingen Maturanten zur Herausgabe seines Autos

Nach Bankomat-Sprengung: Maskierte zwingen Maturanten zur Herausgabe seines Autos
Symbolfoto. FOTO: iStock/Leesle
3 Min. Lesezeit |

Lauter Knall in Gmunden: Nach einer Bankomatsprengung zwangen maskierte Täter einen Schüler zur Herausgabe seines Autoschlüssels und entkamen trotz Großfahndung.

In der oberösterreichischen Stadt Gmunden rückte die Polizei am Freitagmorgen mit einem Großaufgebot aus. Unbekannte hatten in den frühen Morgenstunden einen Bankomaten im örtlichen Einkaufszentrum gesprengt. Gegen 2:45 Uhr wurden Anwohner durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen. Bei der Detonation wurde das ursprünglich vorgesehene Fluchtfahrzeug der Täter so schwer beschädigt, dass sie ohne Beute zu Fuß flüchten mussten.

In unmittelbarer Nähe des Tatorts fand zeitgleich eine Maturafeier (österreichischer Schulabschluss, vergleichbar mit dem Abitur) statt. Die Täter versuchten zunächst, drei jungen Frauen die Autoschlüssel zu entwenden, scheiterten jedoch. Schließlich übergab ein Schüler den maskierten Männern den Schlüssel zu seinem grauen VW-Tiguan, mit dem sie vom Tatort flohen.

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Flucht mit Schülerfahrzeug

Nach Erkenntnissen der Ermittler wurde am Fahrzeug vermutlich ein gelbes Kennzeichen aus den Niederlanden angebracht. Trotz sofortiger Alarmfahndung unter Beteiligung von Cobra (Spezialeinheit der österreichischen Polizei), Schneller Interventionsgruppe und lokalen Polizeikräften konnten die Täter bislang nicht gefasst werden.

Niederländische Verbindung

Die Ermittler bitten die Bevölkerung um Mithilfe: Wer Hinweise zum Fluchtfahrzeug geben kann, soll umgehend den Notruf wählen oder sich beim Landeskriminalamt Oberösterreich unter 059133/403388 melden. Ende April hatte bereits eine Bankomatsprengung in Wels für Aufsehen gesorgt, bei der Gebäude evakuiert und eine Straße gesperrt werden mussten.

Möglicherweise stehen die Taten im Zusammenhang mit einer niederländischen Bande, die seit Monaten österreichweit für ähnliche Delikte verantwortlich sein könnte. Vergleichbare Vorfälle wurden in der Vergangenheit auch aus Wien und Niederösterreich gemeldet.

Deutlicher Anstieg bei Bankomatsprengungen

Nach Angaben des Innenministeriums zeigt sich bei diesem Delikt eine besorgniserregende Entwicklung: Während im Jahr 2024 bundesweit 13 Bankomatsprengungen registriert wurden, sind im laufenden Jahr 2025 bereits 17 Fälle verzeichnet worden. Als Reaktion darauf wurde am 11. April 2025 ein „Sicherheitspakt“ zwischen dem Bundesministerium für Inneres und der Bankenbranche unterzeichnet, der eine gemeinsame Informationsplattform zum Echtzeit-Austausch über Tätergruppen, Tatmuster und Bedrohungslagen beinhaltet.

Der jüngste Vorfall in Gmunden vom 16. Mai 2025 weist charakteristische Merkmale international agierender Bankomatsprenger auf. Das Innenministerium hat als Reaktion eine verstärkte nationale und internationale Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Sicherheitsakteuren angekündigt, um dieser Form der organisierten Kriminalität entgegenzuwirken.

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KO KOSMO-Redaktion
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