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Radikal

Ryanair führt neue Strafen ein: Urlaubern droht nun Flugverbot

Ryanair führt neue Strafen ein: Urlaubern droht nun Flugverbot
FOTO: iStock/schulzhattingen
3 Min. Lesezeit |

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair verschärft ihren Kurs gegen Störenfriede an Bord. Seit Donnerstag müssen Passagiere, die wegen ihres Verhaltens aus dem Flugzeug verwiesen werden, mit einer Geldbuße von 500 britischen Pfund rechnen. Die Airline betont dabei, dass es sich lediglich um einen Mindestbetrag handelt und behält sich weitere juristische Schritte vor.

Ein Unternehmenssprecher erläuterte gegenüber The Sun die Beweggründe: „Es ist inakzeptabel, dass Passagiere wegen des Fehlverhaltens eines einzelnen Unruhestifters unnötige Störungen erdulden müssen.“ Das Unternehmen strebt nach eigenen Angaben eine angenehme Reiseatmosphäre an und warnt, dass Fehlverhalten unmittelbare und kostspielige Konsequenzen nach sich ziehen wird.

Der verschärfte Maßnahmenkatalog reagiert auf die zunehmenden Zwischenfälle, besonders auf Verbindungen zwischen Großbritannien und populären Urlaubszielen. Konzernchef Michael O’Leary wies laut BFMTV (französischer Nachrichtensender) darauf hin, dass vor allem Flüge nach Ibiza von Störungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen betroffen seien. Als Antwort darauf hat die Fluggesellschaft eine kompromisslose Haltung gegenüber Fehlverhalten eingenommen.

Das Management erhofft sich, dass die neue Strafzahlung präventiv wirkt. Obwohl derartige Vorfälle im Branchenvergleich selten auftreten und nicht nur Ryanair betreffen, zeigt sich das Unternehmen vom Erfolg seiner proaktiven Strategie überzeugt.

Erweiterte Maßnahmen

Die Maßnahmen der Fluggesellschaft gehen über finanzielle Sanktionen hinaus. Für Ibiza-Flüge gilt mittlerweile ein komplettes Verbot für mitgebrachte Flaschen – einschließlich Wasserflaschen. Wie Travel And Tour World berichtet, zielt diese Regelung darauf ab, den Alkoholkonsum vor Flugantritt einzudämmen.

Zusätzlich kündigte der Carrier an, bei Vorfällen mit Flugumleitungen Schadensersatzforderungen zu stellen, die über die Standardstrafe von 500 Pfund hinausgehen. In einem kürzlichen Fall forderte das Unternehmen laut BFMTV 15.000 Euro von einem Passagier, dessen Verhalten eine Umleitung verursachte. Diese Beispiele verdeutlichen die erheblichen finanziellen Risiken für Störenfriede. Bei besonders gravierendem Fehlverhalten droht zudem ein lebenslanges Beförderungsverbot.

Branchenweite Lösungen

Das Phänomen problematischer Fluggäste stellt die gesamte Luftfahrtindustrie vor Herausforderungen. Ryanair-Chef O’Leary fordert branchenweite Lösungsansätze. Nach Angaben von BFMTV schlug er vor, den Alkoholausschank an Flughäfen auf zwei Getränke pro Reisenden zu limitieren.

Ähnliche Überlegungen zur zeitlichen Begrenzung des Alkoholverkaufs oder zur Beschränkung der Getränkemenge vor dem Boarding werden auch von anderen Fluggesellschaften und Flughafenbetreibern angestellt.

Branchenexperten sehen in Ryanairs Initiative einen möglichen Präzedenzfall für den Umgang mit Passagierverhalten. Die Botschaft des Unternehmens ist unmissverständlich: Störendes Auftreten wird konsequent geahndet und zieht empfindliche finanzielle Konsequenzen nach sich.

Organisationen wie die International Air Transport Association (IATA) drängen Regierungen auf härtere Strafen und argumentieren, dass Bußgelder und strafrechtliche Verfolgung wirksame Abschreckungsmittel darstellen.

In einer offiziellen Mitteilung vom 12. Juni 2025 bekräftigte Ryanair über seine Unternehmenswebsite, dass bei besonders schwerwiegenden Vorfällen zivilrechtliche Klagen folgen können, um zusätzliche Schadensersatzforderungen durchzusetzen. Der irische Billigflieger betonte, dass die neue Regelung trotz der branchenweit vergleichsweise seltenen Vorfälle notwendig sei, um das Wohlbefinden sowohl der Passagiere als auch der Crew-Mitglieder zu schützen.

Flugreisende müssen zudem weiterhin die geltenden Handgepäckbestimmungen beachten.

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KO KOSMO-Redaktion
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