Verzweifelte Suche nach 20 vermissten Mädchen, 24 Tote und eine Region im Ausnahmezustand: Texas kämpft gegen eine Flutkatastrophe historischen Ausmaßes.
Bei den verheerenden Überschwemmungen im US-Bundesstaat Texas sind nach offiziellen Angaben mindestens 24 Menschen ums Leben gekommen. Der texanische Vize-Gouverneur Dan Patrick bestätigte, dass sich unter den Opfern sowohl Erwachsene als auch Kinder befinden. Einige der Leichen wurden in fortgespülten Fahrzeugen entdeckt. Die Situation verschärfte sich am frühen Freitagmorgen durch intensive Niederschläge erheblich.
Besondere Sorge bereitet den Behörden das Schicksal von mehr als 20 Mädchen, die an einem Ferienlager nahe dem über die Ufer getretenen Guadalupe-Fluss teilnahmen und nun vermisst werden. Angehörige warten verzweifelt auf Nachrichten über ihren Verbleib.
Die betroffene Region in Texas ist ein beliebtes Ziel für Sommercamps. Zahlreiche Amerikaner nutzen traditionell das verlängerte Wochenende rund um den Unabhängigkeitstag am Freitag für Ausflüge.
⇢ Wie man früher Urlaub gemacht hat…
Vermisste Kinder
Die Suche konzentriert sich besonders auf Kinder aus dem Camp Mystic, in dem sich aktuell über 750 Minderjährige aufhalten – von ihnen werden 20 vermisst. Der Vize-Gouverneur wies jedoch darauf hin, dass dies nicht zwangsläufig bedeute, dass sie in Gefahr seien – möglicherweise hätten sie sich auf Bäume gerettet. Die Rettungsarbeiten werden durch Stromausfälle und fehlende Internetverbindungen erheblich erschwert.
🚨 #BreakingNews: The Kerr County Sheriff confirms that 25 people have died in the Kerville Texas Hill Country flash flooding.
— MagaBigBalls 🇺🇲 (@MegaBigBalls25) July 5, 2025
Many more are still reported missing, including 23 young girls from Camp Mystic, an all-girls camp along the Guadalupe River. pic.twitter.com/Xfk2WmtDsz
An den Rettungsmaßnahmen beteiligen sich rund 500 Einsatzkräfte mit 14 Hubschraubern, unterstützt durch die texanische Nationalgarde und die US-Küstenwache. Freeman Martin vom texanischen Amt für öffentliche Sicherheit warnte vor einer weiteren herannahenden Flutwelle.
Heimatschutzministerin Kristi Noem teilte auf der Plattform X mit, sie habe Hilfskräfte, darunter die US-Küstenwache, zur Unterstützung angewiesen und forderte zum Gebet für Texas auf. Hubschrauber sind im Dauereinsatz. Gouverneur Greg Abbott versicherte, die Suchaktionen würden fortgesetzt.
🚨 Tragedy in Texas: Flash floods along the Guadalupe River have claimed 13 lives. 23 young Christian girls from Camp Mystic are still missing. 💔
These are children—daughters, sisters, friends. Please keep them and their families in your prayers. 🙏 pic.twitter.com/mNGNCPyD6G
— Manni (@ThadhaniManish_) July 5, 2025
Desaströse Sturzflut
Nach Auskunft der Behörden sind Hochwasser in der Region keine Seltenheit, doch das aktuelle Ausmaß sei außergewöhnlich. Experten sprechen von einer „desaströsen Sturzflut“. Fernsehaufnahmen dokumentieren die Zerstörungskraft des Wassers: mitgerissene Autos, entwurzelte Bäume und überflutete Häuser.
Hauptsächlich betroffen ist das Gebiet um den Guadalupe River, wo innerhalb von nur 45 Minuten am Morgen extreme Regenmengen niedergingen. Besonders dramatisch: Der Pegelstand des Flusses stieg in dieser kurzen Zeitspanne um etwa acht Meter an, was die Situation schlagartig verschärfte und das Gebiet weitgehend unpassierbar machte.
‼️ TEXAS FLOODING
Watch this video! It’s just 1 min 20 secs.
By the end, you’ll see a bridge overtaken by raging water & debris slamming into it. That’s not rising water, that’s a wall of death.
The Guadalupe River rose 26 feet in 45 minutes. It crested at 39.5 feet, around 4… pic.twitter.com/qfiVZK9k26
— Kylie Jane Kremer (@KylieJaneKremer) July 5, 2025
Die Anwohner der umliegenden Gebiete wurden aufgefordert, sich in höher gelegene Bereiche zu begeben. Die Behörden haben zentrale Sammelstellen eingerichtet.
Während einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz betonte der Vize-Gouverneur, man sei sich der quälenden Ungewissheit bewusst, unter der die Eltern der vermissten Kinder leiden.
If a Democratic President were in office, there would be preachers telling their congregations that this is God's way of punishing America. That the Democratic party is a Satanic cult.
— Sebastien Gudcince (@Sebgudcince) July 5, 2025
Since Trump's in office all we get is crickets, and maybe some "thoughts and prayers." https://t.co/EynlaDpezR
Region mit gefährlicher Tradition
Das betroffene Areal rund um den Guadalupe River gilt unter Experten als „gefährlichstes Flusstal der USA“ in Bezug auf plötzliche Überschwemmungen. Obwohl die lokalen Behörden mit Hochwasser vertraut sind und entsprechende Notfallpläne existieren, kam die Geschwindigkeit und Intensität der aktuellen Überschwemmungen selbst für erfahrene Einsatzkräfte unerwartet.
Klimawissenschaftler beobachten in den USA seit Jahren eine Zunahme extremer Wetterereignisse. Die steigenden globalen Temperaturen können laut Forschern atmosphärische Bedingungen schaffen, die intensive Niederschlagsereignisse wie Sturzfluten begünstigen – ein Phänomen, das auch im Zusammenhang mit dem aktuellen Extremwetter in Texas diskutiert wird, auch wenn direkte Kausalzusammenhänge für einzelne Ereignisse wissenschaftlich schwer nachweisbar bleiben.