Überfüllte Tierheime, verletzte Vierbeiner und verwaiste Katzenbabys: In Wien spitzt sich die Lage dramatisch zu. Das Tierquartier schlägt Alarm.
Rund 400 Katzen mussten in den vergangenen Wochen im Wiener Tierquartier aufgenommen werden – schwer verletzt, trächtig oder als hilflose Jungtiere ohne Überlebenschance ohne ihre Mutter. Das Tierheim richtet nun einen dringenden Appell an alle Katzenhalter, da die Situation unhaltbar geworden ist. Die Frustration der Tierschützer ist verständlich, schließlich bemüht man sich seit Jahrzehnten mit gezielten Maßnahmen und Aufklärungsarbeit, genau solche Wellen vermeidbaren Tierleids zu verhindern.
Durch Gleichgültigkeit und unbedachtes Handeln werden die Kapazitäten in Tierheimen landesweit bis an die Grenzen belastet, wodurch Tierpfleger vor kaum zu bewältigende Herausforderungen gestellt werden. Die zahlreichen Unfallkatzen hätten durchaus geschützt werden können, doch auch die vielen Katzenbabys stellen das Personal vor enorme Probleme. Sie stammen fast ausnahmslos von nicht kastrierten Freigängerkatzen, die entweder bewusst ausgesetzt oder einfach sich selbst überlassen wurden.
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Aufopferungsvolle Pflege
Die kleinen Kätzchen werden nun in aufopferungsvoller Kleinarbeit von engagierten Pflegefamilien mit der Flasche großgezogen – eine außerordentliche Belastung sowohl für die Betreuer als auch für die Tiere selbst. Warum werden Balkone und Terrassen nicht entsprechend gesichert? Die Installation eines Katzennetzes erfordert nur wenige Handgriffe und verursacht keine übermäßigen Kosten, schützt aber sowohl das eigene Haustier als auch Einrichtungen wie das Tierquartier vor unnötiger Belastung.
Und weshalb dürfen nach wie vor unkastrierte Katzen ins Freie, obwohl für Freigängerkatzen längst eine Kastrationspflicht besteht? Übernehmen Sie Verantwortung, um Tieren unnötiges Leid zu ersparen. Bei schwer verletzten Katzen erstattet das Veterinäramt Anzeige, was Strafen von bis zu 7500 Euro nach sich ziehen kann.
Besonders alarmierend: Seit Ferienbeginn ist die Zahl ausgesetzter und verletzter Katzen in Wien nochmals deutlich gestiegen. Allein die Tierrettung Wien muss täglich bis zu 20 Rettungseinsätze für Katzen durchführen. Viele der gefundenen Tiere sind in kritischem Zustand, was die ohnehin angespannte Lage weiter verschärft. Hinzu kommt, dass in der Ferienzeit die Bereitschaft zur Adoption neuer Haustiere traditionell sinkt.
Patenschaft übernehmen
Wer keine eigene Katze aufnehmen kann, aber dennoch unterstützen möchte, hat die Möglichkeit, eine Patenschaft für die Tiere zu übernehmen. Mit einem monatlichen Beitrag helfen Paten bei der Versorgung besonders schutzbedürftiger Katzen – darunter verletzte Tiere oder verwaiste Kätzchen, die eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigen.
Das TierQuarTier Wien selbst kann regulär bis zu 300 Katzen gleichzeitig beherbergen, doch diese Kapazitätsgrenze ist längst erreicht. Jährlich werden etwa 2.800 Tiere aufgenommen und medizinisch versorgt. Unverzichtbar für die Betreuung der Tiere sind dabei auch die rund 70 ehrenamtlichen Helfer, die pro Jahr etwa 11.000 Stunden unbezahlte Arbeit leisten – ihre Unterstützung ist gerade in Krisenzeiten wie diesen unerlässlich.