Mit Präzision und Kaltschnäuzigkeit demontiert Chelsea den Champions-League-Sieger PSG im Finale der Klub-WM – während Donald Trump von der Tribüne aus zusieht.
Unter den wachsamen Augen von US-Präsident Donald Trump avancierte Cole Palmer zum Helden des Abends, als der FC Chelsea die Klub-WM mit einem beeindruckenden Triumph krönte. Im Endspiel fertigten die Londoner den Champions-League-Sieger Paris St. Germain mit einem deutlichen 3:0 (3:0) im MetLife Stadium bei New York ab. „Es ist ganz klar ein großartiges Gefühl – sogar noch besser. Ich mag Finals“, freute sich Palmer nach dem Schlusspfiff.
Die 81.000 Zuschauer, darunter das US-Präsidentenpaar Donald und Melania Trump, die neben FIFA-Boss Gianni Infantino Platz genommen hatten, erlebten ein Spektakel der besonderen Art. Englands Nationalspieler Palmer zauberte gleich zweimal mit seinem linken Fuß nahezu identische Treffer (22./30. Minute) ins Netz. Bei beiden Gelegenheiten ließ er den chancenlosen PSG-Keeper Gianluigi Donnarumma mit präzisen Flachschüssen ins lange Eck keine Abwehrmöglichkeit.
Neuzugang João Pedro (43.) setzte mit einem technisch versierten Lupfer über Donnarumma nach Palmers Vorarbeit den Schlusspunkt der ersten Halbzeit. Zwischen den Pfosten erwies sich Chelseas Schlussmann Robert Sanchez als sicherer Rückhalt und vereitelte mit Glanzparaden gegen João Neves (45.+2) und Flügelflitzer Ousmane Dembele (52.) jegliche Hoffnung der Pariser auf eine Aufholjagd.
In der Schlussphase schwächte sich PSG selbst, als João Neves nach VAR-Überprüfung (Videoassistent-Schiedsrichter) mit Rot vom Platz musste (86.). Der Mittelfeldspieler hatte sich zu einer Unsportlichkeit hinreißen lassen und Spaniens Europameister Marc Cucurella an den Haaren gezogen.
Marescas Meisterstück
Der Erfolg trägt klar die Handschrift von Chelsea-Coach Enzo Maresca. Der Italiener hatte seine Mannschaft taktisch brillant eingestellt. Die Blues präsentierten sich bissig, entschlossen und eiskalt vor dem Tor. Besonders über die rechte Angriffsseite mit Palmer und Malo Gusto zerpflückten die Londoner die Defensive des Champions-League-Siegers, der zuvor noch beeindruckende Siege gegen den FC Bayern (2:0) im Viertelfinale und Real Madrid (4:0) im Halbfinale eingefahren hatte.
Finanziell lohnte sich der Titelgewinn für beide Finalisten: Chelsea kassierte allein für den Endspielsieg satte 40 Millionen US-Dollar Preisgeld, während PSG immerhin noch 30 Millionen einstreichen durfte. Für beide Vereine erwies sich das auf 32 Teilnehmer und 63 Partien ausgeweitete Turnier als lukratives Geschäft.
Die nächste Auflage der Klub-WM ist für 2029 geplant, wobei der Austragungsort noch nicht feststeht. FIFA-Präsident Gianni Infantino feierte das XXL-Format mit 2,5 Millionen Stadionbesuchern erwartungsgemäß in Superlativen als „erfolgreichsten Vereinswettbewerb der Welt“.
Palmers Gala
Das Finale bildete einen würdigen Abschluss des Turniers – vor allem dank Chelsea und insbesondere Matchwinner Palmer. Der 23-jährige Flügelstürmer zeigte eine Galavorstellung. Bereits in der 8. Minute verfehlte er mit seinem gefürchteten linken Fuß aus 15 Metern nur knapp das Pariser Gehäuse. Danach aber schlug er zweimal eiskalt im Strafraum zu.
Überraschend war der geringe Widerstand der Pariser bei sämtlichen Gegentoren. Chelsea-Trainer Maresca behielt mit seiner Einschätzung Recht. Als er vor dem Finale darauf angesprochen wurde, dass sein Conference-League-Siegerteam gegen das ballsichere PSG-Ensemble wohl viel leiden müsse, konterte er selbstbewusst: „Wer sagt das? Das werden wir sehen. Natürlich ist Paris eine Top-Mannschaft, die beste der Welt. Aber jedes Spiel ist anders.“
Die beeindruckende Fußball-Darbietung gegen den überforderten Champions-League-Sieger stellte selbst den Auftritt des britischen Popstars Robbie Williams und die musikalischen Highlights der Halbzeitshow in den Schatten.
Für den Conference-League-Gewinner aus London war es ein perfekter Tag, der in die Vereinsgeschichte eingehen wird.