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Sabotageakt

620 Züge betroffen: Staatsschutz jagt Bahn-Brandstifter

620 Züge betroffen: Staatsschutz jagt Bahn-Brandstifter
(Foto: iStockphoto)
2 Min. Lesezeit |

Ein weiterer Brandanschlag hat die stark frequentierte Nord-Süd-Bahnverbindung der Deutschen Bahn in Düsseldorf getroffen. Die Polizei bestätigte, dass der am Freitag entdeckte Brandsatz identische Merkmale zum Vortag aufweist und erneut Schäden verursacht hat. Mit täglich über 620 Personenzügen – Güterverkehr nicht eingerechnet – zählt die Strecke Duisburg-Düsseldorf zu den verkehrsreichsten Schienenabschnitten Deutschlands.

📍 Ort des Geschehens

Die Kabelschäden führten zu weitreichenden Beeinträchtigungen sowohl im Regional- als auch im Fernverkehr. Die Bahn informierte, dass ICE-Verbindungen nach Berlin und Frankfurt am Main sowie Strecken in Richtung Nord- und Süddeutschland und in die Niederlande betroffen sind. Die Deutsche Bahn musste rund 60 Meter Kabel austauschen, was zu einer vollständigen Sperrung zwischen dem Düsseldorfer Flughafen und Duisburg Hauptbahnhof führte. Als Ersatz wurden Busse eingesetzt.

Verzögerte Reparaturen

Die Deutsche Bahn hatte zuvor mitgeteilt, dass sich die Instandsetzungsarbeiten an der beschädigten Strecke verzögern werden. Die Ermittlungsbehörden gehen von einem gezielten Sabotageakt aus, weshalb der Staatsschutz die Untersuchungen übernommen hat.

Auf der Internetplattform Indymedia erschien ein Bekennerschreiben, in dem sich eine Gruppe namens „Kommando Angry Birds“ zu den Taten bekennt. Die Polizei bestätigte, dass das Bekennerschreiben den Behörden vorliegt, die Authentizität jedoch noch geprüft wird.

Zweiter Tatort

Das nach Einschätzung der Ermittler absichtlich gelegte Feuer hatte die Bahnstrecke bereits am Donnerstag außer Betrieb gesetzt und führt zu erheblichen Störungen auch im Fernverkehr. Wie ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur vor Ort erfuhr, hatten Unbekannte am Donnerstag eine Zündvorrichtung in einem Kabeltunnel platziert.

Ein aufmerksamer Lokführer bemerkte Rauch, der aus dem Kabeltunnel aufstieg, und löste umgehend Alarm aus.

Der zweite Brandschaden wurde bei einer Streckenkontrolle am Freitag etwa zwei Kilometer vom ersten Tatort entfernt entdeckt. „Wir gehen davon aus, dass beide Anschläge gleichzeitig verübt wurden“, erklärte ein Polizeisprecher.

Den Ermittlern liegen keine Hinweise auf weitere Vorfälle in den vergangenen Wochen vor, obwohl im Bekennerschreiben von mehreren Anschlägen im Großraum Düsseldorf die Rede ist.

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KO KOSMO-Redaktion
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