Ungarn plant ein Verkehrsprojekt der Superlative: Das größte Autobahn- und Schnellstraßenbauprogramm seit hundert Jahren soll das Land transformieren – nicht ohne Widerstand.
Die ungarische Regierung hat ein historisches Infrastrukturvorhaben angekündigt, das als umfangreichstes Autobahn- und Schnellstraßenbauprojekt des Landes seit einem Jahrhundert gilt. Das Großprojekt wird mit einem Investitionsvolumen von rund 800 Milliarden Forint (etwa 2 Milliarden Euro) veranschlagt und soll über einen Zeitraum von zehn Jahren realisiert werden.
Konkret startet der sechsspurige Ausbau der Autobahn M1 zwischen Budapest und Győr bereits im August 2025. Die Bauarbeiten werden von der MKIF Zrt. durchgeführt und umfassen den gesamten 78-80 Kilometer langen Abschnitt, der bis Anfang 2029 fertiggestellt werden soll. Verkehrsminister János Lázár unterstrich bei der offiziellen Ankündigung die strategische Bedeutung für die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit des Landes und verwies auf das erhebliche Potenzial zur Schaffung neuer Arbeitsplätze.
Das Projekt beinhaltet neben dem Ausbau auf sechs Spuren auch die Einrichtung eines intelligenten Standstreifens (ITS), der bei Staus, Unfällen oder Bauarbeiten flexibel für den Verkehr freigegeben werden kann. Die Vorbereitungsarbeiten beginnen im Sommer 2025, die eigentlichen Bauarbeiten spätestens am 1. September 2025.
Wirtschaftliche Impulse
Wirtschaftsexperten prognostizieren weitreichende positive Effekte, die über den unmittelbaren Transportsektor hinausgehen. Neben der Belebung des Güterverkehrs erwarten Fachleute spürbare Impulse für den Tourismussektor sowie eine Stärkung der regionalen Entwicklung in bislang infrastrukturell benachteiligten Landesteilen.
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Kritische Stimmen
Das Projekt stößt jedoch nicht auf ungeteilte Zustimmung. Kritische Stimmen melden Bedenken hinsichtlich der ökologischen Folgen an und stellen die Frage nach der langfristigen Finanzierbarkeit angesichts der bereits bestehenden Belastungen des ungarischen Staatshaushalts.
Die Regierung in Budapest hat angekündigt, diesen Einwänden mit detaillierten Umweltverträglichkeitsstudien und transparenten Finanzierungskonzepten zu begegnen.