**Ein Mediziner aus der Republik Moldau (Staat zwischen Rumänien und Ukraine) hat in sozialen Netzwerken eine kontroverse Diskussion entfacht, nachdem er vor den gesundheitlichen Gefahren des Küssens verstorbener Angehöriger gewarnt hatte.**
Dr. Ivanovic wies darauf hin, dass der menschliche Körper bereits neun Stunden nach Eintritt des Todes mit dem Verwesungsprozess beginnt. Dieser natürliche Vorgang fördert die Vermehrung von Bakterien und macht den leblosen Körper zu einer potenziellen Infektionsquelle. Trotz der üblichen hygienischen Aufbereitung durch Bestattungsunternehmen vor der Beisetzung verbleibt ein gewisses Gesundheitsrisiko.
Bestatter und Mediziner warnen übereinstimmend, dass der Mundbereich Verstorbener besonders viele Bakterien anzieht. Ein Kuss auf die Lippen oder den Mund stellt daher ein erhöhtes Infektionsrisiko für Angehörige dar, weshalb bei der hygienischen Aufbereitung gezielt desinfizierende Maßnahmen im Mund- und Rachenraum vorgenommen werden.
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Kulturelle Bedeutung
In zahlreichen Kulturkreisen gehört der letzte Kuss am offenen Sarg zum festen Bestandteil der Trauerrituale. Diese tief verwurzelte Geste ist eng mit der emotionalen Verarbeitung des Verlustes verbunden. Einige Personen berichten nach solchen Abschiedsküssen von vorübergehenden Beeinträchtigungen ihres Geruchs- und Geschmackssinns.
Dennoch verteidigen viele Menschen diese Praxis vehement. „Ich glaube kaum, dass jemand der Versuchung widerstehen kann, seinen Eltern ein letztes Mal die Hand oder Stirn zu küssen“, schreibt ein Nutzer in den Kommentaren. Ein weiterer betont: „Ich habe meinen Vater nach seinem Tod geküsst und würde es immer wieder tun!“
Persönliche Entscheidung
Letztendlich bleibt es eine individuelle Abwägung, ob man dieses Risiko eingehen möchte. Dr. Ivanovic beabsichtigte mit seinem Hinweis, über mögliche Gesundheitsrisiken aufzuklären, ohne dabei die emotionalen Bedürfnisse Trauernder zu missachten. Die entstandene Diskussion verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen wissenschaftlich begründeter Vorsicht und tief empfundenen Trauerbedürfnissen.
Die endgültige Entscheidung überlässt er jedem Einzelnen.