Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Favoriten

Mann kassiert Mindestsicherung und vermietet illegal Wohnungen!

Mann kassiert Mindestsicherung und vermietet illegal Wohnungen!
FOTO: Stadt Wien/ Gruppe Sofortmaßnahmen
2 Min. Lesezeit |

**Behörden decken in Wien-Favoriten ein Netzwerk illegaler Kurzzeitvermietungen auf. Hinter der Fassade eines Wohnhauses verbirgt sich ein System aus Rechtsverstößen.**

Die Stadt Wien intensiviert ihren Kampf gegen zweckentfremdeten Wohnraum. Bei einer gezielten Kontrollaktion am Donnerstag nahm die Gruppe Sofortmaßnahmen gemeinsam mit der Baupolizei (MA 37) ein mehrgeschossiges Wohngebäude in Wien-Favoriten unter die Lupe. Das Ergebnis: zahlreiche Wohneinheiten wurden offenbar systematisch für touristische Kurzzeitvermietungen genutzt – ohne entsprechende gewerberechtliche Genehmigungen.

Komplexe Rechtsverstöße

Die Überprüfung des sechsstöckigen Objekts förderte ein komplexes Muster von Rechtsverstößen zutage. Neben der unerlaubten kommerziellen Nutzung stellten die Behörden fest, dass in mehreren Wohnungen Personen gemeldet waren, die dort faktisch nicht ihren Lebensmittelpunkt hatten. In einem besonders gravierenden Fall bezog eine an der Adresse gemeldete Person sogar Leistungen aus der Mindestsicherung, obwohl sie nachweislich nicht vor Ort wohnte.

Die Behörden leiten nun mehrgleisige Verfahren ein. Während einerseits Anzeigen wegen illegaler Gewerbeausübung erstattet werden, prüfen die zuständigen Stellen parallel mögliche Fälle von Sozialmissbrauch.

⇢ Razzia in Brigittenau: Illegales Hotel aufgeflogen

📍 Ort des Geschehens

Verschärfte Rechtslage seit Juli 2024

Die aktuell aufgedeckten Verstöße erfolgen vor dem Hintergrund einer deutlich verschärften Rechtslage. Seit 1. Juli 2024 ist die touristische Kurzzeitvermietung von Wohnungen in Wien nur noch bis zu 90 Tage pro Jahr erlaubt. Eine längere kommerzielle Vermietung ist ausschließlich mit behördlicher Ausnahmebewilligung möglich.

Bei Verstößen drohen den Betreibern empfindliche Strafen von bis zu 50.000 Euro pro Wohnung. Die Bilanz der Behörden zeigt die Dimension des Problems: Bereits bis Ende März 2025 gingen 887 Anzeigen und 163 Strafanträge bei der Baupolizei ein.

Die Stadt Wien hat eigens ein spezielles Referat der Baupolizei (MA 37) für die Kontrollen eingerichtet, das mehrmals wöchentlich Anzeigen und Verdachtsfälle prüft. Die Aktion steht im Kontext der städtischen Bemühungen, leistbaren Wohnraum für die tatsächlich in Wien lebende Bevölkerung zu sichern und systematischen Missbrauch zu unterbinden.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen