Mit dem vierten Sieg im vierten Qualifikationsspiel rückt Österreichs Traum von der WM 2026 in greifbare Nähe. Der 2:1-Erfolg in Bosnien öffnet alle Türen.
Österreichs Fußball-Nationalteam ist dem Traum von der WM 2026 einen entscheidenden Schritt nähergekommen. Die Rangnick-Elf setzte sich am Dienstag in Zenica mit 2:1 gegen Bosnien-Herzegowina durch und feierte damit den vierten Sieg im vierten Qualifikationsspiel. In der Tabelle der Gruppe H liegt das ÖFB-Team bei einem Spiel weniger nur aufgrund der um ein Tor schlechteren Tordifferenz hinter den Bosniern auf dem zweiten Platz. Die österreichischen Treffer erzielten Marcel Sabitzer (49.) und Konrad Laimer (65.), für die Gastgeber traf Routinier Edin Dzeko zum zwischenzeitlichen Ausgleich (50.).
Im ausverkauften Stadion Bilino Polje sorgten 13.600 Zuschauer für eine hitzige Atmosphäre. Bereits nach wenigen Augenblicken verzeichneten die Hausherren den ersten Abschluss durch Dzeko, der allerdings deutlich am Kasten vorbeiging. Die Bosnier setzten in der Offensive hauptsächlich auf ihren 39-jährigen Starspieler und überließen den Ball weitgehend den Österreichern.
Die Gäste wussten mit ihrer Feldüberlegenheit jedoch zunächst wenig anzufangen. Wie schon gegen Zypern hatte das ÖFB-Team große Probleme, die kompakte Defensive der Gastgeber zu knacken. Zu viele technische Unzulänglichkeiten und Fehlpässe verhinderten ein druckvolles Angriffsspiel.
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Vor dem Seitenwechsel ergab sich nur in der 24. Minute eine nennenswerte Gelegenheit für die Österreicher: Nach einem clever getretenen Freistoß von David Alaba brachte Michael Gregoritsch, der für Marko Arnautovic in die Startelf gerückt war, den Ball in die Mitte. Bosniens Keeper Nikola Vasilj konnte nur nach vorne abwehren, doch Philipp Lienhart jagte das Leder aus fünf Metern weit über das Gehäuse.
Eine weitere vielversprechende Szene entwickelte sich in der 41. Minute, als Christoph Baumgartner Gregoritsch bediente, dessen Abschluss jedoch klar das Ziel verfehlte.
Österreichs Führung
Kurz nach Wiederbeginn nahm die Partie die aus österreichischer Sicht erhoffte Wendung. Romano Schmid, neben Gregoritsch der zweite Neue in der Startelf, setzte den Steirer in Szene. Dieser spielte den Ball zur Mitte, wo Nihad Mujakics verunglückter Klärungsversuch bei Sabitzer landete. Der Mittelfeldstratege nutzte die Chance und vollendete per Direktabnahme zur Führung für das Team von Ralf Rangnick.
Der Jubel währte jedoch nur kurz. Kaum 20 Sekunden nach dem Anstoß war der Ausgleich gefallen. Gregoritsch verlor den Ball, Alaba konnte den Pass von Ermedin Demirovic nicht unterbinden, Lienhart stand ungünstig, und Dzeko stellte auf 1:1. Rangnick, der aufgrund seiner Fußprobleme im Stadion mit einem Fahrrad unterwegs war, reagierte prompt nach dem Ausgleichstreffer und brachte nach einer Stunde Patrick Wimmer, Florian Grillitsch und Arnautovic ins Spiel.
Laimers Siegtreffer
Besonders Arnautovic sollte sich bei der Entstehung des Siegtreffers als wichtiger Faktor erweisen. Sein abgefälschter Schuss wurde zur perfekten Vorlage für Laimer, der mit einem präzisen Linksschuss zum 2:1 für Österreich traf. Das Abseits aufgehoben hatte dabei Tarik Muharemovic, der in Kärnten aufgewachsen ist und früher bei Austria Klagenfurt sowie beim WAC unter Vertrag stand, wo er fünf Bundesliga-Einsätze absolvierte.
In den letzten 15 Minuten erhöhten die Bosnier notgedrungen den Druck, konnten sich jedoch keine zwingenden Torchancen erarbeiten. Wimmer sah in der Nachspielzeit nach einem Foul am eingewechselten Salzburg-Talent Kerim Alajbegovic noch die Gelb-Rote Karte (95.), doch die österreichische Mannschaft brachte den Vorsprung ohne größere Schwierigkeiten über die Zeit.
Das Rangnick-Team hat nun im Kampf um den Gruppensieg, der die direkte Qualifikation für die Endrunde in Nordamerika bedeutet, alle Trümpfe in der Hand. Der weitere Fahrplan sieht am 9. Oktober ein Heimspiel gegen San Marino vor, drei Tage später folgt das Duell mit Rumänien in Bukarest.
Zum Abschluss stehen am 15. November ein Auswärtsspiel gegen Zypern und am 18. November ein Heimspiel gegen die Bosnier auf dem Programm.