Tödliches Drama in den Tiroler Bergen: Eine junge Berlinerin stürzte beim Wandern 70 Meter in die Tiefe. Das Paar hatte sich nur mit Handys orientiert.
Eine 25-jährige Deutsche ist am Sonntag im hinteren Zillertal bei einer Wanderung tödlich verunglückt. Das Paar hatte gegen Mittag seine Urlaubsunterkunft in Mayrhofen verlassen. Die Berlinerin und ihr 26-jähriger Begleiter aus Mittelfranken wollten eine per App geplante Route über das Stilluptal zum „Harpfner“, weiter zur Klammstrecke Ginzling und über Dornau zurück nach Mayrhofen absolvieren.
📍 Ort des Geschehens
Verhängnisvolle Route
Laut Polizei bewegten sich die beiden auf einer nicht markierten oder beschilderten Strecke und orientierten sich ausschließlich mit ihren Mobiltelefonen. Sie gerieten schließlich in schwieriges Terrain. Am Unfalltag herrschten im hinteren Zillertal zwar trockene Wetterbedingungen, das Gelände im Bereich der Unfallstelle war jedoch durch rutschige Steinplatten und Moos besonders anspruchsvoll und erhöhte die Absturzgefahr deutlich.
Als sie versuchten, einen steilen Hang auf rutschigen Steinplatten und Moos zu überwinden, mussten sie nach wenigen Metern aufgeben. Beim Rückzugsversuch verlor die junge Frau gegen 15.15 Uhr den Halt und stürzte etwa 70 Meter durch felsiges Gelände in die Tiefe.
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Großer Rettungseinsatz
Der Begleiter konnte die Verunglückte nicht erreichen und alarmierte die Rettungskräfte. Er wurde kurz darauf per Tau vom Rettungshubschrauber geborgen und unverletzt in Finkenberg abgesetzt. Die abgestürzte Wanderin wurde vom Hubschrauber aus lokalisiert. Der abgesetzte Notarzt konnte nur noch ihren Tod feststellen – sie erlag einem Polytrauma (Mehrfachverletzung).
An der Rettungsaktion beteiligten sich zehn Einsatzkräfte der Bergrettung Mayrhofen, ein Alpinpolizist, der Rettungshubschrauber „Heli 4“, ein Kriseninterventionsteam, zwei Polizeistreifen aus Mayrhofen sowie ein Beamter des Kriminalassistenzdienstes.
Die Bergung der Verunglückten mittels Hubschrauber erfolgte unter Mitwirkung von Bergrettung und Alpinpolizei.
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Warnung vor Smartphone-Navigation
Die Tiroler Polizei weist darauf hin, dass Wanderungen abseits markierter Wege ein signifikant höheres Unfallrisiko bergen. Für alpine Touren werden neben klassischem Kartenmaterial auch GPS-Geräte, Notfallausrüstung und die Nutzung markierter Routen empfohlen, da die Orientierung ausschließlich mit Smartphones in unwegsamem Gelände häufig zu gefährlichen Fehleinschätzungen führt.