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Führungswechsel

Wer ist Dr. Milan Nedeljković – der Mann, der vom Trainee zum BMW-Chef aufsteigt?

Wer ist Dr. Milan Nedeljković – der Mann, der vom Trainee zum BMW-Chef aufsteigt?
FOTO: Dr. Milan Nedeljkovic, Produktionsvorstand der BMW AG
3 Min. Lesezeit |

Mit einer Zwei-Milliarden-Euro-Fabrik für Elektroautos setzt BMW ein Zeichen. Der Architekt dieses Erfolgs, Dr. Milan Nedeljkovic, steigt nun zum Konzernchef auf.

BMW hat einen bedeutenden Meilenstein erreicht: In der kürzlich fertiggestellten Fabrik, einem Zwei-Milliarden-Euro-Projekt, laufen bereits die ersten vollelektrischen Modelle der „Neuen Klasse“ vom Band. Das 32. Werk im globalen Produktionsnetzwerk des bayerischen Autobauers gilt als das modernste und wird von der FAZ als Meisterwerk des Produktionsdirektors Milan Nedeljkovic bezeichnet.

Dieser Erfolg hat nun auch personelle Konsequenzen: Der Aufsichtsrat ernannte am Dienstag Nedeljkovic zum künftigen BMW-Vorstandsvorsitzenden. Der 56-jährige Manager wird nach der Hauptversammlung im Mai die Nachfolge von Oliver Zipse antreten, dessen verlängerter Vertrag dann ausläuft.

⇢ Vom Trainee zum Chef: BMW ernennt Milan Nedeljkovic zum neuen Boss

Die Entscheidung folgt der Tradition des 1916 gegründeten Unternehmens, in dem die Eigentümerfamilien Quandt und Klatten maßgeblichen Einfluss haben.

Die pünktliche Fertigstellung der neuen Fabrik und der reibungslose Produktionsstart des BMW iX3 haben letzte Zweifel an den Führungsqualitäten des promovierten Ingenieurs ausgeräumt.

Nedeljkovics Karriereweg

Nedeljkovic verkörpert den klassischen BMW-Karriereweg. Nach seiner Promotion an der TU München startete der gebürtige Serbe als Trainee im BMW-Werk München. Seine Laufbahn führte ihn über Führungspositionen in München, Regensburg und Oxford schließlich zur Werkleitung in Leipzig.

Seine Produktionserfahrung ebnete ihm den Weg in die Konzernspitze – eine bei BMW bewährte Tradition. Vier der letzten fünf Vorstandsvorsitzenden in den vergangenen 25 Jahren, darunter Joachim Milberg, Norbert Reithofer, Harald Krüger und Oliver Zipse, kamen aus diesem Ressort. Obwohl auch Personalvorständin Ilka Horstmeier und Entwicklungsvorstand Joachim Post als potenzielle Kandidaten galten, fehlte beiden die Erfahrung in dieser Schlüsselabteilung.

In Unternehmenskreisen wird Nedeljkovic als ausgesprochen beliebter Vorgesetzter beschrieben. Er gilt als aufmerksamer Zuhörer und Teamplayer, mit dem man gerne auch privat Zeit verbringt – etwa beim Basketball, seiner Lieblingssportart. Damit unterscheidet er sich vom eher distanzierten Zipse, der für seine Strenge bekannt war und dessen wahres Wesen selbst langjährigen Mitarbeitern oft verborgen blieb.

Künftige Herausforderungen

Die Herausforderungen, die auf Nedeljkovic warten, sind größer als jene, mit denen Zipse bei seinem Amtsantritt 2019 konfrontiert war. Während der wachsende Wettbewerb durch chinesische Hersteller schon damals spürbar war, musste Zipse zunächst die Corona-Pandemie und später die Folgen des Ukraine-Kriegs bewältigen.

Jede dieser Krisen verursachte Probleme in der Produktion – sei es bei der Chipversorgung aus China oder der Teilebeschaffung aus der Ukraine. Zipse konnte sich dabei stets auf seinen Produktionschef verlassen.

Nedeljkovic steht nun vor der Aufgabe, den Münchner Autobauer durch eine noch turbulentere Zeit zu führen: Globale Spannungen, Handelskonflikte und Engpässe bei Chips und Rohstoffen prägen das Umfeld, in dem alte Gewissheiten nicht mehr gelten.

Vor allem aber muss er die Transformation hin zur Elektromobilität meistern – ein Weg, dessen Erfolg nach wie vor ungewiss bleibt.

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KO KOSMO-Redaktion
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