Zollbeamte ließen sich bestechen, um Waren ohne Kontrolle passieren zu lassen. Jetzt droht ihnen ein Prozess – einem Verdächtigen wurden 130.000 KM abgenommen.
Die Staatsanwaltschaft von Bosnien und Herzegowina hat Anklage gegen mehrere Zollbeamte erhoben, die am Grenzübergang Gradiska tätig waren. Unter den Beschuldigten befindet sich Aleksandar Prastalo, genannt „Aco“, ein 1971 in Banja Luka geborener Mann mit doppelter Staatsbürgerschaft von Bosnien und Herzegowina sowie Slowenien.
Prastalo wird vorgeworfen, in seiner Funktion als Zollbeamter der Indirekten Steuerbehörde am 12. Juni 2025 Bestechungsgelder angenommen zu haben. Laut Anklageschrift soll er dafür auf die vorgeschriebene Verzollung bei der Einfuhr von Autoteilen verzichtet haben. Die Staatsanwaltschaft stuft dies als Verstoß gegen Artikel 217, Absatz 1 des bosnisch-herzegowinischen Strafgesetzbuches ein – Annahme von Geschenken oder anderen Vorteilen zur Umgehung dienstlicher Pflichten.
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Weitere Beschuldigte
Neben Prastalo müssen sich auch seine Kollegen Nedjeljko Budic, bekannt als „Serif“, und Slobodan Neskovic vor Gericht verantworten. Budic soll am 23. Juli 2025 am Grenzübergang Gradina ebenfalls Bestechungsgelder angenommen haben, um Waren ohne ordnungsgemäße Verzollung nach Bosnien und Herzegowina einzuführen. Auch ihm wird die Annahme von Geschenken zur Umgehung seiner Amtspflichten zur Last gelegt.
Operation „Border“
Die Festnahmen erfolgten Mitte November im Rahmen der Operation „Border“, die von der Staatlichen Ermittlungs- und Schutzagentur (SIPA) auf Anordnung der Staatsanwaltschaft durchgeführt wurde. Während die anderen Verdächtigen unter Auflagen freikamen, wurde Prastalo in Untersuchungshaft genommen.
Bei der Durchsuchung seiner Räumlichkeiten fanden die Ermittler laut Medienberichten von Raport 130.000 KM.
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