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Prognose

Krebs-Tsunami rollt auf Österreich zu – 600.000 Betroffene bis 2045

Krebs-Tsunami rollt auf Österreich zu – 600.000 Betroffene bis 2045
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

Alarmierende Prognose für Österreich: Die Krebserkrankungen werden bis 2045 um mehr als ein Fünftel zunehmen. Besonders dramatisch steigt die Zahl der Menschen, die mit einer Krebsdiagnose leben.

Die Zahl der Krebserkrankungen in Österreich wird bis 2045 deutlich ansteigen. Laut aktueller Prognose der Statistik Austria vom Dienstag werden die jährlichen Neuerkrankungen um mehr als ein Fünftel zunehmen – von 46.518 im Jahr 2023 auf 56.546 im Jahr 2045. Parallel dazu wird auch die Zahl der krebsbedingten Todesfälle um etwa 21 Prozent von derzeit 20.906 auf 25.277 steigen. Besonders markant ist der erwartete Anstieg bei Personen, die mit einer Krebsdiagnose leben: Ihre Zahl wird sich um fast 54 Prozent von 395.067 auf über 600.000 erhöhen.

Diese Entwicklung hängt maßgeblich mit dem demografischen Wandel zusammen, wie die Statistik Austria betont. Der wachsende Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung spielt dabei eine zentrale Rolle. Bis 2045 wird die Gruppe der über 65-Jährigen auf rund 2,5 Millionen Menschen anwachsen, was etwa 27 Prozent der Gesamtbevölkerung entspricht. Zum Vergleich: 2024 liegt dieser Anteil mit 1,8 Millionen Menschen bei nur etwa 20 Prozent.

Die vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene Prognose basiert auf einer Trendvariante, die demografische Faktoren, Lebenserwartungstrends und geschlechtsspezifische Erkrankungsrisiken berücksichtigt. Um die Effekte der Altersstruktur zu neutralisieren, wurden zusätzlich altersstandardisierte Raten berechnet. Diese zeigen ein differenzierteres Bild: Das individuelle Erkrankungsrisiko wird voraussichtlich leicht sinken – von 488,6 Fällen pro 100.000 Personen im Jahr 2023 auf 469,6 im Jahr 2045, was einem Rückgang von 3,9 Prozent entspricht.

Noch deutlicher fällt die Verbesserung beim altersstandardisierten Sterberisiko aus. Hier prognostizieren die Experten einen Rückgang um 18,9 Prozent – von 218,8 auf 177,5 Todesfälle pro 100.000 Personen. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Anstieg der absoluten Fallzahlen primär auf die Alterung der Bevölkerung zurückzuführen ist, da Krebserkrankungen vorwiegend im höheren Alter auftreten.

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Geschlechtsspezifische Unterschiede

Die Prognose zeigt markante Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Bei Männern wird die Zahl der Neuerkrankungen mit 27,4 Prozent fast doppelt so stark steigen wie bei Frauen mit 14,9 Prozent. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Zunahme von Prostatakrebs-Diagnosen, die laut Prognose um knapp 59 Prozent von 7.485 auf 11.891 Fälle ansteigen werden. Prostatakrebs bleibt damit die häufigste Krebsart bei Männern.

Bei Frauen wird Brustkrebs weiterhin die häufigste Diagnose darstellen, mit einem prognostizierten Anstieg von 6.902 auf 8.269 Fälle. Bemerkenswert ist die erwartete Entwicklung bei Lungenkrebs: Während derzeit Männer häufiger betroffen sind, wird sich dieses Verhältnis etwa 2035 umkehren. Für 2045 wird bei Frauen mit 65,5 Diagnosen pro 100.000 ein deutlich höheres Risiko erwartet als bei Männern mit 46,5 Fällen.

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Medizinische Erfolge

Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) interpretiert das sinkende individuelle Erkrankungs- und Sterberisiko als „Erfolg der Medizin“, der gleichzeitig neue Anforderungen an das Gesundheitssystem stellt. „Mit dem Nationalen Krebsrahmenprogramm reagieren wir gezielt auf diese Entwicklung: Wir stärken Prävention und Früherkennung, planen die onkologische Versorgung vorausschauend und verbessern die Unterstützung für Menschen, die mit und nach Krebs leben“, erklärte Schumann in einer der APA übermittelten Stellungnahme.

Das Nationale Krebsrahmenprogramm II für den Zeitraum 2026 bis 2035 soll in den kommenden Wochen präsentiert werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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