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Bildungsreform

Strafe bis 1.000 € droht: Kinder mit schlechtem Deutsch müssen lernen

Strafe bis 1.000 € droht: Kinder mit schlechtem Deutsch müssen lernen
(Symbolbild FOTO: iStock)
2 Min. Lesezeit |

Deutschdefizite kosten künftig die Sommerferien: Tausende Wiener Schüler müssen bald verpflichtend zur Sommerschule – bei Fernbleiben drohen saftige Strafen.

Der Nationalrat steht kurz vor einem Beschluss, der für tausende Schülerinnen und Schüler die Sommerferien grundlegend verändern wird. Die bisher freiwillige Sommerschule soll künftig für Kinder und Jugendliche mit Deutschdefiziten zur Pflicht werden. Besonders stark betrifft dies Wien, wo im kommenden Sommer rund 10.000 Kinder aus Deutschförderklassen verpflichtend teilnehmen müssen – etwa 1.000 mehr als bisher auf freiwilliger Basis. Ab 2027 folgt die zweite Ausbaustufe, wenn auch Schüler aus Deutschförderkursen hinzukommen, was laut Wiener Bildungsdirektion weitere 9.000 Teilnehmer bedeutet.

In den letzten zwei Ferienwochen sollen die Sprachkenntnisse durch ein Team aus Lehrkräften, Studierenden und unterstützenden „Buddys“ gezielt gefördert werden. Wer der Teilnahmepflicht nicht nachkommt, muss mit empfindlichen Konsequenzen rechnen – bis zu 1.000 Euro Strafe könnten für das unentschuldigte Fernbleiben verhängt werden, da dies als Verstoß gegen die Schulpflicht gewertet wird. Bildungsminister Christoph Wiederkehr begründet die schrittweise Einführung mit organisatorischen Vorbereitungen.

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Personalbedarf steigt

Für den erhöhten Personalbedarf sollen pensionierte Lehrkräfte und Spezialisten für Deutsch als Fremdsprache gewonnen werden. Sollte die Freiwilligkeit nicht ausreichen, plant der Minister auch Verpflichtungsmöglichkeiten für Lehrkräfte.

Die Lehrergewerkschaft steht dem Vorhaben zwiespältig gegenüber. Zwar unterstützt sie grundsätzlich die Idee der Sprachförderung, sieht jedoch erhebliche praktische Probleme bei der Umsetzung. Die steigende Teilnehmerzahl erfordert mehr Standorte und zusätzliches Personal während der Ferienzeit.

Bereits im Dezember äußerte die Gewerkschaft Bedenken und regte an, die vorgesehenen Ressourcen lieber während des regulären Schuljahres einzusetzen.

Flexible Förderung

Die Gesetzesnovelle bringt neben der Sommerschulpflicht auch mehr Flexibilität für Schulen mit sich. Künftig können Fördermaßnahmen auch direkt im Klassenverband stattfinden, nicht nur in separaten Förderklassen.

Minister Wiederkehr bezeichnet die Reform als „wichtigen Schritt“ zur nachhaltigen Verbesserung der Deutschkenntnisse. Was als temporäre Maßnahme während der Corona-Pandemie 2020 begann, entwickelt sich nun zu einem festen Bestandteil des österreichischen Bildungssystems. Zuletzt nahmen landesweit 37.400 Kinder an der Sommerschule teil.

Die Dimension des Programms zeigt sich in den Zahlen des vergangenen Sommers: Allein in Wien wurden Kinder an 93 Standorten in 943 Gruppen unterrichtet.

Dafür waren 731 Lehrerinnen und Lehrer, 235 Lehramtsstudierende sowie 42 Buddys im Einsatz.

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KO KOSMO-Redaktion
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