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Umfrageschock

Millionen für Kiew? Mehrheit sagt Nein – nur Grüne geschlossen dafür

Millionen für Kiew? Mehrheit sagt Nein – nur Grüne geschlossen dafür
(istockphoto: Million)
3 Min. Lesezeit |

Die Aufstockung der Ukraine-Hilfe durch das Neos-geführte Außenministerium um drei Millionen Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds stößt bei der österreichischen Bevölkerung überwiegend auf Ablehnung. Wie eine aktuelle Umfrage von Unique Research für die Tageszeitung „Heute“ belegt, sprechen sich 58 Prozent der Befragten gegen zusätzliche finanzielle Unterstützung für die vom Krieg betroffene Ukraine aus. Lediglich 30 Prozent befürworten die Maßnahme.

Bemerkenswert ist, dass selbst unter den Anhängern der Neos, deren Parteichefin Beate Meinl-Reisinger als Außenministerin einen dezidiert pro-ukrainischen Kurs verfolgt und das Land bereits mehrfach besucht hat, keine mehrheitliche Zustimmung für diese Politik existiert. Nur 44 Prozent der Neos-Wähler unterstützen die zusätzlichen Hilfszahlungen.

Parteipolitische Unterschiede

Die Erhebung offenbart deutliche Unterschiede zwischen den Parteilagern. Einzig bei den Grünen findet sich mit 67 Prozent eine klare Mehrheit für weitere Ukraine-Hilfen, während lediglich 19 Prozent dagegen votieren – der niedrigste Ablehnungswert unter allen Parteien. Bei der SPÖ zeigt sich ein knapperes Bild: 51 Prozent der sozialdemokratischen Wähler befürworten zusätzliche Unterstützung, während 39 Prozent diese ablehnen.

Im Lager der Kanzlerpartei ÖVP überwiegen hingegen die kritischen Stimmen. Mit 47 Prozent lehnt fast die Hälfte der ÖVP-Anhänger weitere Hilfszahlungen ab, während 42 Prozent dafür sind. Besonders ausgeprägt ist die Ablehnung bei FPÖ-Wählern – 86 Prozent sprechen sich gegen zusätzliche Mittel für die Ukraine aus, was die grundsätzliche Kritik der Freiheitlichen an jeglicher Unterstützung für Kiew widerspiegelt.

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Demografische Faktoren

Die Umfrage zeigt auch geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen stehen mit 64 Prozent Ablehnung den zusätzlichen Hilfszahlungen noch kritischer gegenüber als Männer (53 Prozent). In der Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen ist die Skepsis mit 63 Prozent besonders ausgeprägt. Bei den 16- bis 29-Jährigen befürworten zwar 35 Prozent die Maßnahme, doch auch hier überwiegen mit 46 Prozent die Gegner.

Signifikante Differenzen offenbart die Analyse nach Bildungsabschlüssen. Während unter den Befragten mit Matura immerhin 45 Prozent weitere Ukraine-Hilfen unterstützen, sind es bei jenen ohne Matura nur 23 Prozent. In letzterer Gruppe lehnen zwei Drittel (66 Prozent) zusätzliche finanzielle Mittel für die Ukraine ab.

Meinungsforscher Peter Hajek ordnet die Ergebnisse in einen breiteren Kontext ein: „In den bisherigen Befragungen sprachen sich die Österreicherinnen und Österreicher immer für eine Unterstützung der Ukraine aus, Russland wurde die Schuld am Krieg gegeben. Sensibel reagiert man aktuell auf finanzielle Unterstützungen.“

Der Experte verweist zudem auf die politische Dimension: „Die Stimmung ist stark durch die FPÖ-Wählerschaft geprägt, die in großer Einheit die zusätzlichen drei Millionen aus dem Auslandskatastrophenfond ablehnen, während Mitte-links Parteien diese eher unterstützen.“

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KO KOSMO-Redaktion
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