Millionenschwere EU-Förderung fließt in Bosnien und Herzegowinas marodes Straßennetz. Das Großprojekt verspricht nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch wirtschaftlichen Aufschwung.
Die Europäische Union stellt 8,5 Millionen Euro für die Modernisierung des Straßennetzes in der Föderation Bosnien und Herzegowina bereit. Die Förderung erfolgt über den Investitionsrahmen für den Westbalkan (WBIF) und unterstreicht die enge Zusammenarbeit der internationalen Partner in der Region.
Das umfassende Sanierungsprogramm zielt auf rund 150 Kilometer wichtiger Hauptverkehrsadern ab, die nach höchsten Sicherheits- und Widerstandsstandards erneuert werden sollen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entschärfung gefährlicher Verkehrspunkte – allen voran der Kreuzung Mostar Nord, die als einer der Unfallschwerpunkte des Landes gilt. Zudem werden in etwa 20 Schulzonen verkehrsberuhigende Maßnahmen, verbesserte Beschilderungen und sicherere Fußgängerüberwege finanziert.
Zur nachhaltigen Verbesserung der Verkehrssicherheit ist auch die Einrichtung einer zentralen Verkehrssicherheitsdatenbank vorgesehen.
⇢ Bosnien vernetzt sich neu – Schnellstraßen bis zur kroatischen Grenze geplant!
Strategische Komponenten
Neben den baulichen Maßnahmen umfasst das Projekt auch eine strategische Komponente: Die Planungs- und Verwaltungsstrukturen des Straßennetzes sollen gestärkt werden, um langfristig eine angemessene Instandhaltung und effizientere Nutzung öffentlicher Mittel zu gewährleisten. Für Krisensituationen wurde zudem eine Notfallkomponente integriert, die bei Bedarf eine schnelle Umleitung von Mitteln ermöglicht.
Christopher Sheldon, Leiter des Weltbank-Büros für Bosnien und Herzegowina und Montenegro, betonte: „Wir freuen uns, die Bemühungen Bosnien und Herzegowinas zu unterstützen, seine Straßeninfrastruktur auf eine Weise zu verbessern, die Sicherheit, Widerstandsfähigkeit und Konnektivität erhöht.“ Bessere Straßen schaffen neue Möglichkeiten, verbinden Menschen mit Arbeitsplätzen, Märkten und Dienstleistungen und helfen dem Land, sich den Standards der Europäischen Union anzunähern.
Ländliche Entwicklung
Laut Weltbank werden besonders die ländlichen Gebiete von den Infrastrukturverbesserungen profitieren. Gerade dort, wo die Armutsraten höher liegen und die Bevölkerung stark von der Landwirtschaft abhängt, sollen die verbesserten Verkehrswege neue wirtschaftliche Chancen eröffnen und den Zugang zu Arbeitsplätzen, Dienstleistungen und Handelsmöglichkeiten erleichtern.
Während in der aktuellen Mitteilung der Weltbank kein konkreter Starttermin für die Bauarbeiten genannt wird, ist als Projektabschluss der 15. Juli 2032 vorgesehen.
Mit der Umsetzung wurde das öffentliche Unternehmen Ceste FBiH beauftragt.