Die Gradiška-Brücke über die Save bleibt weiterhin weitgehend außer Betrieb – obwohl Bau und Infrastruktur bereits seit mehreren Jahren abgeschlossen sind. Auch Ende 2025 und zu Beginn des Jahres 2026 konnte das millionenschwere Infrastrukturprojekt zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina noch nicht vollständig in Betrieb gehen. Sowohl die Brücke selbst als auch Teile der neu errichteten Grenzanlagen und Zufahrtsinfrastruktur blieben wiederholt ohne regulären internationalen Verkehr.
Haupthindernis bleiben politische und administrative Differenzen innerhalb Bosnien-Herzegowinas, insbesondere rund um organisatorische Fragen der Zoll- und Grenzverwaltung. Ohne endgültige institutionelle Einigung können Zollbeamte am neuen Grenzübergang nicht dauerhaft stationiert werden, weshalb eine vollständige Inbetriebnahme mehrfach verschoben wurde. Auch geplante Eröffnungstermine im Jahr 2025 mussten kurzfristig abgesagt werden.
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Politischer Konflikt
Der Streit um organisatorische Zuständigkeiten und die Verteilung indirekter Steuereinnahmen zwischen den Landesteilen Bosnien-Herzegowinas blockierte weiterhin die notwendigen Verwaltungsentscheidungen. Beobachter gehen davon aus, dass die infrastrukturelle Fertigstellung allein nicht ausreicht, solange keine politische Einigung über die institutionellen Rahmenbedingungen erzielt wird. Mehrere bereits angekündigte Eröffnungstermine wurden deshalb verschoben, was sowohl wirtschaftliche Verluste als auch erhebliche Belastungen für den regionalen Transitverkehr zur Folge hat.
Für Kroatien bedeutet die Verzögerung, dass auch angrenzende Straßen- und Grenzanlagen nicht voll genutzt werden können. Obwohl erhebliche Investitionen in die Zufahrtsstraßen und Grenzinfrastruktur geflossen sind, bleibt die erwartete verkehrstechnische Entlastung entlang der bisherigen Grenzübergänge bislang aus.
Bauliche Maßnahmen
Die Brücke selbst sowie die wichtigsten Zufahrtsstraßen und Grenzanlagen sind technisch fertiggestellt und erfüllen die vorgesehenen infrastrukturellen Standards. Kroatien hat zusätzlich neue Grenzanlagen sowie Straßenverbindungen zum Autobahnnetz errichtet, um die Verbindung Richtung Okučani und weiter in das europäische Verkehrsnetz sicherzustellen.
Trotz der abgeschlossenen Bauarbeiten kann die Anlage erst vollständig genutzt werden, sobald alle administrativen und institutionellen Voraussetzungen zwischen beiden Staaten umgesetzt sind. Beobachter gehen davon aus, dass die endgültige Inbetriebnahme weiterhin von politischen Entscheidungen abhängt und daher zeitlich schwer prognostizierbar bleibt.