Brüssel plant eine Revolution für Europas Start-up-Szene – doch nicht alle sind begeistert. Ein Datum steht bereits fest.
Die EU-Kommission arbeitet an der Einführung einer neuen, europaweit gültigen Unternehmensform unter dem Namen „EU Inc.“, die sich vor allem an Start-ups richtet. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen machte deutlich, dass ein „Weiter so“ keine Option sei – die Wettbewerbsfähigkeit der Union müsse durch strukturelle Veränderungen gesichert werden.
Ein zentrales Versprechen der neuen Rechtsform: Die EU Inc. soll vollständig digital innerhalb von 48 Stunden gegründet werden können. Zudem ist ein Mindestkapital von etwa einem Euro geplant – eine deutliche Vereinfachung gegenüber den unterschiedlichen nationalen Anforderungen in den Mitgliedstaaten.
Unter Europas Gründerinnen und Gründern besteht seit Jahren ein gemeinsamer Wunsch: eine einheitliche Rechtsform, die EU-weit Gültigkeit besitzt. Obwohl das Thema einer solchen europäischen Standardgesellschaft immer wieder auf der Agenda stand, fehlt bis heute die gesellschaftsrechtliche Klammer, die den Binnenmarkt auch in dieser Hinsicht zusammenführt.
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Kritik und Bedenken
Gewerkschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen melden jedoch Bedenken an und warnen vor sozialen Risiken – insbesondere vor Sozialdumping. Der Vorstoß der EU-Kommission zielt darauf ab, mit der Schaffung der „EU Inc.“ die wirtschaftliche Schlagkraft Europas zu erhöhen.
Die Befürworter sehen darin einen längst überfälligen Schritt, während kritische Stimmen aus Gewerkschaftskreisen und NGOs auf mögliche negative Folgen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hinweisen.
Konkreter Zeitplan
Aus dem Stadium der Absichtserklärung rückt das Vorhaben nun in greifbare Nähe: Von der Leyen hat das Projekt zur persönlichen Priorität erklärt und wird am 18. März den konkreten Legislativvorschlag zur „EU Inc.“ präsentieren.