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Selbstjustiz

Hirsch knabbert Siloballen an – Bauer erschießt ihn

Hirsch knabbert Siloballen an – Bauer erschießt ihn
FOTO: iStock/Harry Collins
2 Min. Lesezeit |

Ein Hirsch richtet Schäden an, die Jagdgesellschaft bleibt untätig – und ein Bauer zieht nachts mit dem Gewehr los.

Ein 59-jähriger Bauer und Jäger aus St. Wolfgang im Salzkammergut steht im Verdacht, in der Schonzeit einen Hirsch abgeschossen zu haben – ein Tier, das regelmäßig Siloballen aufgerissen und Zäune beschädigt hatte. In der Nacht auf Samstag lauerten der Beschuldigte und sein 26-jähriger Neffe dem Hirsch auf. Um 0.15 Uhr soll der 59-Jährige das rund sechsjährige Tier, dessen Wert auf 4.000 Euro geschätzt wird, erlegt haben.

Ein benachbarter Jagdpächter wurde durch den Schuss aufmerksam, begab sich zur Stelle und traf dort auf den erlegten Hirsch sowie die beiden Männer – woraufhin er die Polizei verständigte.

Waffenfund & Reaktion

Im Zuge einer Hausdurchsuchung stellten die Beamten acht legal erworbene Schusswaffen, drei Schalldämpfer sowie eine größere Menge Munition sicher. Gegen den 59-Jährigen und seinen Neffen – beide Inhaber gültiger Jagdkarten, allerdings für einen anderen Bezirk – wurde ein vorläufiges Waffenverbot verhängt.

Der Bezirksjägermeister des Bezirks Gmunden, Johann Enichlmair, erklärte: „Es geht um drei Vorwürfe: Eingriff in fremdes Jagdrecht, Schonzeitverletzung und Schuss zur Nachtzeit auf Schalenwild (Huftiere wie Hirsch, Reh, Wildschwein) – das ist grundsätzlich verboten.“ Er fügte hinzu: „Ich bin seit 13 Jahren Bezirksjägermeister, aber so ein Fall von Selbstjustiz ist mir noch nie untergekommen. Der übliche Weg wäre, den Schaden durch Wildverbiss der Jagdgesellschaft zu melden, die sich dann darum kümmern muss.“

Aussage des Verdächtigen

In seiner Befragung räumte der 59-jährige Verdächtige ein, den Wildverbiss zwar bei der zuständigen Jagdgesellschaft angezeigt zu haben – da diese jedoch untätig geblieben sei, habe er schließlich selbständig gehandelt.

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KO KOSMO-Redaktion
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