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Risse

Peljesac-Brücke bröckelt – China muss Vorzeige-Bauwerk reparieren

Peljesac-Brücke bröckelt – China muss Vorzeige-Bauwerk reparieren
FOTO: EPA/STRINGER
3 Min. Lesezeit |

Risse im Beton, offene Fragen und ein Sanierungsplan, der noch nicht mal begonnen hat – Kroatiens Vorzeigeprojekt gerät unter Druck.

Nur wenige Jahre nach ihrer feierlichen Eröffnung macht die Pelješac-Brücke im süddalmatinischen Kroatien mit unerwünschten Schlagzeilen von sich reden. An mehreren Betonpfeilern des 2.404 Meter langen Bauwerks sind sichtbare Risse aufgetreten – ein Befund, über den zuerst die italienische Zeitung Il Piccolo berichtete und der in der Region für erhebliche Unruhe gesorgt hat, vor allem unter jenen Autofahrern, die täglich unter den mächtigen Stützpfeilern hindurchfahren.

Die Brücke wurde zwischen 2018 und 2022 von der chinesischen China Road and Bridge Corporation errichtet und am 26. Juli 2022 eröffnet. Sie verbindet die Gespanschaft Dubrovnik-Neretva mit dem übrigen kroatischen Staatsgebiet und umgeht dabei den Neum-Korridor – jenen schmalen Küstenstreifen, über den Bosnien und Herzegowina seinen einzigen Zugang zur Adria verfügt. Das Projekt gilt als eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben der jüngeren kroatischen Geschichte und wurde mit einem Gesamtvolumen von rund 420 Millionen Euro veranschlagt, wovon die Europäische Union 357 Millionen Euro als nicht rückzahlbare Förderung beisteuerte.

Klare Stellungnahme

Das staatliche Unternehmen Hrvatske ceste (kroatische Straßenverwaltung), das den Bau beauftragt hatte, reagierte auf die öffentliche Besorgnis mit einer klaren Stellungnahme: Es bestehe weder eine ernste noch eine gefährliche Situation. Die aufgetretenen Schäden seien Garantiefälle, die vollständig vom Auftragnehmer zu tragen seien. „Diese Situation wird nicht von den kroatischen Steuerzahlern getragen“, hieß es in einer offiziellen Mitteilung des Unternehmens.

Die China Road and Bridge Corporation habe eine zehnjährige Gewährleistung für die ordnungsgemäße Funktionstüchtigkeit des Bauwerks übernommen und zusätzlich Bankgarantien in Höhe von zehn Prozent des Brückenwerts hinterlegt – eine Absicherung, die bei Problemen dieser Art greife.

Sanierung ausstehend

Gleichzeitig räumte Hrvatske ceste ein, dass die Sanierungsarbeiten noch nicht einmal begonnen hätten. Derzeit werde gemeinsam mit der chinesischen Baufirma ein Instandsetzungsplan erarbeitet. Wann die Arbeiten aufgenommen werden, welchen Umfang sie haben und was sie kosten werden, ist bislang offen. „Wir sind abgesichert und warten darauf, dass die Bauherren ihre Arbeit erledigen“, so das Unternehmen unmissverständlich.

Die Sicherheit der Brücke für den laufenden Verkehr stehe dabei außer Frage, versicherte Hrvatske ceste: „Die Überquerung der Brücke stellt keine Gefahr dar. Alle notwendigen Schritte wurden eingeleitet, die Lage ist unter Kontrolle.“ Die zehnjährige Garantiefrist, die mit der Eröffnung im Jahr 2022 zu laufen begann, läuft demnach bis 2032 – eine Laufzeit, die laut Angaben des Unternehmens deutlich über dem üblichen Standard von zwei Jahren bei vergleichbaren Bauverträgen liegt.

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KO KOSMO-Redaktion
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