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Terrorprozess

Swift-Terrorist lächelt vor Gericht: „Wie ein Held rauskommen

Swift-Terrorist lächelt vor Gericht: „Wie ein Held rauskommen
FOTO: EPA-EFE/MATTEO BAZZI/zVg
4 Min. Lesezeit |

Lächelnd sitzt er vor Gericht – und schildert, wie er Tausende Menschen töten wollte. Der Prozess enthüllt erschreckende Details.

In Wiener Neustadt wird am Dienstag der Prozess gegen den 21-jährigen Beran A. fortgesetzt, dem vorgeworfen wird, im Jahr 2024 einen Massenmord beim Konzert von US-Superstar Taylor Swift geplant zu haben. Nachdem der Angeklagte am ersten Verhandlungstag ein Teilgeständnis abgelegt hatte, stehen heute die konkreten Anschlagsplanungen rund um das Wiener Ernst-Happel-Stadion im Mittelpunkt.

Der junge Mann, der beim Swift-Konzert im Sommer 2024 möglichst viele sogenannte „Ungläubige“ töten wollte, gewährte am ersten Prozesstag Ende April erschreckende Einblicke in seinen Weg zur Radikalisierung – und in sein Motiv: der Wunsch nach Anerkennung, um jeden Preis.

Horrorpläne enthüllt

Der Schulabbrecher hegte offenbar den Wunsch, „Breaking News“ zu produzieren und weltweit Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Um dieses Ziel zu erreichen, war er bereit, beim zweiten Konzert des US-Stars am 9. August 2024 musikbegeisterte, schutzlose Mädchen zu töten. Er bekannte sich zum IS (Islamischer Staat) und erklärte, den Attentäter des Wien-Anschlags von 2020 zu bewundern.

Beunruhigend sind auch die gewaltverherrlichenden Chatverläufe zwischen ihm und seinem Freund Hasan E., der 2024 einen Anschlag in Mekka verübte und seitdem in Saudi-Arabien inhaftiert ist. Beran A.: „Ich habe mich dafür interessiert, was man fühlt, wenn man stirbt.“ Dieses Interesse dokumentieren auch zahlreiche Videos, die auf seinem Smartphone sichergestellt wurden.

Auch am zweiten Verhandlungstag zeigt sich der Hauptangeklagte auffallend entspannt – er lächelt. Die Befragung von Beran A. wird weitergeführt, diesmal mit Fokus auf den Taylor-Swift-Komplex, zu dem er geständig ist. Auf die Frage der Richterin, ob er den Anschlag mit einer Bombe habe durchführen wollen, antwortet er: „Ich wollte mich so stark wie möglich bewaffnen, dass ich wie ein Held rauskomme.“

Er schildert erneut, durch die Tat „berühmt“ werden zu wollen, und beschreibt, wie er dabei möglichst großen Schaden anrichten wollte. „Es war so eine Idee, mit einem LKW irgendwo reinzufahren. Mit Waffen, Bomben und Messern“, gibt er Einblicke in seine Horror-Planungen. Den Plan mit dem Lastwagen verwarf er letztlich, weil ihm der entsprechende Führerschein fehlte.

„Ich hatte auch die Idee, vielleicht schleich ich mich als Security ein.“ Tatsächlich war er ab dem 11. Juli Mitglied in einer Security-Gruppe. Als seine Eltern zu einem Urlaub nach Nordmazedonien gereist waren, wollte er die Bombe „zuhause probieren“.

Mitangeklagter Arda K.

Der zweite Verhandlungstag begann mit der Einvernahme des mitangeklagten Wieners Arda K. Ihm wird vorgeworfen, Anfang Jänner 2024 – zeitgleich mit Hasan E. in Mekka und Beran A. in Dubai – einen Anschlag in Istanbul geplant zu haben. Einzig Hasan E. setzte seine Pläne tatsächlich in die Tat um.

Den beiden in Wiener Neustadt angeklagten Männern, Beran A. und Arda K., werden terroristische Vereinigung sowie versuchter Mord als Beitragstäter zur Last gelegt. Den Angeklagten drohen bis zu 20 Jahre Haft. Bereits in seiner Wiener Schule war Arda K. durch sein Verhalten aufgefallen. Der Schuldirektor hatte die Radikalisierung schon 2023 gemeldet und beklagte zunehmend negativen Einfluss auf den Unterricht.

„Der Schüler beharrt auf die akribische Einhaltung von Gebets- und Fastenzeiten, vermeidet die Berührung durch weibliche Personen“, schilderte der Schulleiter die Auffälligkeiten rund um Arda K. Die Polizei stattete ihm daraufhin zwar einen Besuch ab, den in Istanbul geplanten Messeranschlag konnte der junge Mann Anfang 2024 dennoch ungehindert vorbereiten.

Hasan E. habe ihm ein Ticket ohne Rückflug nach Istanbul besorgt: „Es war ja das Ziel, dass ich dort draufgehe.“ Letztlich sei er jedoch davor zurückgeschreckt, Menschen mit einem Messer anzugreifen. Im Jahr 2025 wurde Arda K. im Zuge der Ermittlungen gegen Beran A. festgenommen, durch die auch der frühere Anschlagsplan bekannt wurde.

„Das war zwei Wochen vor der Matura. Das war ein bissl blöd.“

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KO KOSMO-Redaktion
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