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Ausnahmezustand

Serbien lahm gelegt: Regierung stoppt gesamten Zugverkehr vor Großdemo

Serbien lahm gelegt: Regierung stoppt gesamten Zugverkehr vor Großdemo
FOTO: EPA/ANDREJ CUKIC
2 Min. Lesezeit |

Ab dem frühen Nachmittag füllten sich die Straßen Belgrads. Bereits ab 13:00 Uhr versammelten sich Bürgerinnen und Bürger bei der Landwirtschaftlichen Fakultät in Zemun, eine Stunde später folgten Kundgebungen am Trg Republike, bei der Autokomanda sowie vor der Rechtsfakultät. Der eigentliche Großprotest auf der Slavija war damit erst der Endpunkt eines mehrstufig organisierten Aufmarsches an vier zentralen Punkten der Stadt.

Dem Plan der Organisatoren zufolge sollten die Kolonnen aus sämtlichen Stadtteilen am späten Nachmittag zu einem gemeinsamen Marsch in Richtung Trg Slavija aufbrechen. Aus dem Landesinneren verdichteten sich unterdessen die Meldungen über massenhaftes Eintreffen von Protestierenden.

Aktivistinnen und Aktivisten aus Westserbien, die sich unter dem Banner der Initiative „Cacanski front“ zusammengefunden hatten, machten sich organisiert auf den Weg in die Hauptstadt. Auch aus Krusevac, Vrnjacka Banja, Kraljevo, Uzice, Valjevo und zahlreichen weiteren Städten wurde die Teilnahme bestätigt.

Gestörte Anreise

Die Anreise gestaltete sich jedoch für viele beschwerlich. Die Staatsbahn „Srbijavoz“ und die Infrastrukturgesellschaft „Infrastruktura zeleznice Srbije“ gaben bekannt, dass ab 04:15 Uhr in der Früh der gesamte Zugverkehr eingestellt worden war. Oppositionsaktivisten werteten den Schritt umgehend als gezielten Versuch der Regierung, die Mobilisierung der Demonstrierenden zu unterbinden.

Für die Sperrung der Slavija und der umliegenden Straßen wurde eine Dauer bis mindestens 20:00 Uhr erwartet. Polizeikräfte bezogen bereits im Vorfeld Stellung an neuralgischen Punkten der Stadt.

Politische Beobachter ordneten die Versammlung als Weiterentwicklung jener Protestbewegung ein, die seit dem Unglück in Novi Sad im November 2024 nicht zur Ruhe gekommen ist. Am 1. November 2024 stürzte in Novi Sad das Vordach eines Bahnhofsgebäudes ein und tötete dabei nach offiziellen Angaben 15 Menschen. Das Unglück hatte landesweite Proteste ausgelöst.

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KO KOSMO-Redaktion
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