Zlatan Ibrahimovic und Selbstbeherrschung – eine schwierige Kombination. Sein Kommentar zum Frankreich-Sieg spricht Bände.
Zlatan Ibrahimovic hat nach dem 1:0-Sieg Frankreichs gegen Paraguay im Achtelfinale der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Philadelphia (04.07.2026) kein Blatt vor den Mund genommen. Der schwedischen Fußball-Ikone, die bei FOX Sports als Studio-Analyst im Einsatz ist, übte im Gespräch scharfe Kritik an der Spielweise der Südamerikaner, die Didier Deschamps‘ Équipe tricolore mit allen Mitteln aus dem Rhythmus bringen wollten. Den entscheidenden Treffer hatte Kylian Mbappe in der 70. Minute per Elfmeter erzielt – und damit den Einzug ins Viertelfinale gegen Marokko besiegelt.
Paraguays Matchplan war von der ersten Minute an unmissverständlich: tiefes Verteidigen, kompromisslose Zweikämpfe und gezielte psychologische Nadelstiche gegen den Weltmeister. Im Zentrum dieser Strategie stand Mbappe, der immer wieder Ziel harter, teils gefährlicher Einsteiger war. In der 35. Minute griff Andres Cubas den französischen Kapitän im Angriffsdrittel, was eine Rudelbildung nach sich zog.
Noch vor der Pause rammte Matias Galarza Mbappe abseits des Balls zu Boden. In der 77. Minute traf Juan Jose Caceres den Superstar mit einem verspäteten Einsteigen am rechten Schienbein. Bemerkenswert: Bei keinem dieser Vergehen blieb eine Gelbe Karte aus.
Frankreichs Besonnenheit
Für Frankreich kam diese Gangart freilich nicht überraschend. Deschamps hatte seine Mannschaft bereits im Vorfeld auf den aggressiven Stil der Paraguayer eingestellt, und Mbappe lobte das Team ausdrücklich für seine Besonnenheit. „Wir wussten, was für ein Spiel das werden würde“, sagte der Kapitän. „Wir können uns auch die Hände schmutzig machen. Wir wissen, wie das geht. Wir wissen, wie man hässlichen Fußball spielt. Sie dachten wahrscheinlich, wir würden im Smoking auflaufen – aber wir waren bereit. Selbst in dieser Art von Spiel waren wir besser als sie.“
Obwohl die Emotionen auf dem Platz immer wieder zu eskalieren drohten, stand Paraguay zu seiner Taktik. Torhüter Orlando Gill ließ keinen Zweifel daran, dass die harte Gangart bewusst gewählt war. „Vom ersten Moment an wollten wir auf dem Platz Präsenz zeigen – hart spielen“, sagte Gill. „Wenn der Ball durchkommt, dann der Mann nicht. Ehrlich gesagt denke ich, dass sich die Mannschaft gut geschlagen hat.“
Frankreichs Lager sah das naturgemäß anders. „Sie ziehen alle Register“, sagte Deschamps. „Das ist nicht die Art von Fußball, die die Leute ins Stadion lockt. Jede Mannschaft darf spielen, wie sie will – aber es gab Beleidigungen von der gegnerischen Bank, auf die ich gerne verzichtet hätte.“
Ibrahimovics klare Worte
Ibrahimovic fand bei FOX Sports deutliche Worte für Paraguays Vorgehen und gestand mit einem Augenzwinkern, dass er selbst in einer solchen Situation wohl kaum die Ruhe bewahrt hätte. „Das war heute eine andere Art von Herausforderung für sie“, sagte er. „Es ging darum, sich nicht provozieren zu lassen, die Fassung zu bewahren, ruhig zu bleiben und nicht auf die Tricks hereinzufallen, die sie versucht haben.“
Zlatan speaks on the composed performance France displayed against Paraguay 🇫🇷@Ibra_official pic.twitter.com/LEidzSGePh
— FOX Sports (@FOXSports) July 4, 2026
Auf die Frage, ob solche Partien schwer zu bestreiten seien, brach Ibrahimovic in Lachen aus. „Ja, das sind sie. Das sind sie“, sagte er. „Ich hätte in diesem Spiel vier Rote Karten kassiert! Vielleicht hätte ich jemanden… Aber ja, es ist, wie es ist.“ Und weiter: „Ich spiele gerne echten Fußball. Ich mag es nicht, wenn jemand ständig versucht, einen zu provozieren. Das gehört zum Fußball dazu – aber gleichzeitig sollte es das nicht.“
„Frankreich hat die Ruhe bewahrt. Sie sind entspannt geblieben und haben getan, was nötig war. Sie haben gelächelt, das Tor geschossen, das Spiel gewonnen und feiern jetzt mit ihren Fans. Das ist die beste Antwort.“