Mehr als 7.500 Serben leben in San Diego – und ein Kulturzentrum sorgt dafür, dass ihre Sprache lebendig bleibt.
In San Diego leben mehr als 7.500 Serben – eine Gemeinschaft, die seit Jahrzehnten gewachsen ist und heute über ein eigenes kulturelles Zuhause verfügt. Das Serbische Kulturzentrum, im Juni 2019 als gemeinnützige Organisation gegründet, hat sich der Bewahrung und Weitergabe der serbischen Sprache, Kultur und Tradition verschrieben. Neben dem Sprachunterricht steht die Vernetzung mit anderen Kultureinrichtungen im Mittelpunkt, um zur kulturellen Vielfalt der Region beizutragen.
Die ersten Serben kamen nach dem Zweiten Weltkrieg nach San Diego – und aus dieser Einwanderungswelle ist eine lebendige, aktive Gemeinschaft entstanden. Dijana Peric, Vorsitzende des Verwaltungsrats des Kulturzentrums, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Tanjug, dass Serbisch in vielen Familien zwar nach wie vor gesprochen werde, das Zentrum die Sprachkompetenz der Kinder aber auf ein formales Niveau heben wolle. „Durch den Besuch unserer Schule können Kinder ein Zertifikat erwerben – so wie hier Englisch, Deutsch oder Spanisch als Fremdsprachen mit anerkanntem Abschluss unterrichtet werden. Sie können ihr Niveau kennen, ob B1 oder C1, und wenn sie eines Tages zum Studieren zurückkehren möchten, stehen ihnen dank ihrer Serbischkenntnisse alle Türen offen“, so Peric.
Gemischte Familien
Besonders am Herzen liegt ihr die Einbindung von Kindern aus gemischten Familien, deren Zahl stetig zunimmt. Für Elternteile ohne serbische Wurzeln werden eigens Online-Kurse angeboten. „Wir nennen sie liebevoll unsere Schwiegertöchter und Schwiegersöhne – das ist unsere Gruppe, die Serbisch lernt. Bei Kindern aus Mischehen betonen wir immer: Es ist entscheidend, dass beide Sprachen zu Hause gesprochen werden, damit die Kinder so früh wie möglich Serbisch aufnehmen“, sagte Peric.
Das Angebot des Zentrums geht weit über den Sprachunterricht hinaus. Ein Theaterclub sowie der „Nikola Tesla“-Club zählen zu den beliebtesten Programmen. Letzterer bringt Kinder aus San Diegos amerikanischen Schulen zusammen, die gemeinsam – auf Serbisch und Englisch – durch praktische Experimente die Welt serbischer Wissenschaftler entdecken.
Kreative Aktionen
Seit der Gründung hat das Zentrum auch mit kreativen Aktionen auf sich aufmerksam gemacht. So wurde etwa ein Maskottchen für die Schule gesucht – die Kinder durften selbst zeichnen und abstimmen. Die Wahl fiel auf einen Adler namens Dositej. „Jetzt sind wir dafür bekannt“, sagte Peric mit sichtlichem Stolz.
Ergänzt wird das Programm durch Veranstaltungen zu Literatur, Kunst, Geschichte, Musik, Film und Theater. Wer nicht in San Diego ansässig ist, kann viele Angebote auch über die Plattform Zoom online wahrnehmen – womit das Zentrum seine Reichweite weit über die Stadtgrenzen hinaus ausdehnt.