Wer monatlich mehr als 12.551 Euro brutto verdient – gerechnet auf 14 Gehälter im Jahr – gehört zum obersten einen Prozent der Steuerzahler. Neue Lohnsteuerdaten zeigen, wo die Grenzen in Österreich verlaufen, berichtet „Finanz.at“.
Eine aktuelle Auswertung der Lohnsteuerdaten gibt Aufschluss darüber, wo die Grenzen zwischen den verschiedenen Einkommensgruppen in Österreich verlaufen. Grundlage ist die sogenannte Lohnsteuerstatistik, die alle lohnsteuerpflichtigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erfasst – wie die Krone berichtet. In die Berechnung fließen auch Teilzeitbeschäftigte sowie Personen ein, die nicht das gesamte Jahr über erwerbstätig waren. Pensionisten, Selbständige und Bezieher reiner Kapitaleinkünfte sind hingegen nicht Teil der Auswertung.
Spitzenverdiener Österreichs
Wer monatlich mehr als 12.551 Euro brutto verdient – gerechnet auf 14 Gehälter im Jahr – gehört zum obersten einen Prozent der Steuerzahler. In dieser Einkommensklasse finden sich typischerweise Geschäftsführer größerer Unternehmen, Bereichsleiter in Konzernen, Spitzenpolitiker sowie besonders erfolgreiche Ärzte und Anwälte. Als Spitzenverdiener gilt darüber hinaus, wer ein monatliches Bruttogehalt von mehr als 5.879 Euro erzielt.
Zusammen mit dem obersten Prozent bilden diese Personen die zehn Prozent der Einkommensbezieher mit den höchsten Verdiensten. Aufgrund der progressiven Ausgestaltung des Steuersystems tragen sie rund 60 Prozent des gesamten Lohn- und Einkommensteueraufkommens.
Zu den obersten 20 Prozent zählt bereits, wer mehr als 5.051 Euro brutto monatlich verdient – eine Gruppe, zu der etwa Führungskräfte in kleineren Unternehmen oder Unternehmensjuristen gehören. Auch wer über 4.488 Euro im Monat kommt, ist dieser Einkommensschicht zuzurechnen; typische Vertreter sind Teamleiter, Softwareentwickler oder Ingenieure. Der Bereich der Besserverdiener beginnt bei etwa 3.427 Euro brutto monatlich und reicht bis über 4.000 Euro. Hierzu zählen unter anderem Schichtführer, Lagerleiter, Buchhalter, Lehrer sowie Berufseinsteiger mit akademischem Abschluss.
Normalverdiener & Geringverdiener
Als Normalverdiener gelten Personen mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von rund 2.909 Euro – darunter etwa Produktionsmitarbeiter, Sachbearbeiter oder IT-Helpdesk-Mitarbeiter. Darunter ordnen sich die Mittelverdiener ein, deren Einkommen zwischen rund 2.123 und 2.395 Euro brutto im Monat liegt, wie es etwa im Einzelhandel oder im Callcenter-Bereich der Fall ist.
Das untere Ende der Einkommensskala bilden Niedrig- und Geringverdiener – häufig Teilzeitkräfte, Lehrlinge oder Studierende. Bis zu einem Jahreseinkommen von 13.539 Euro brutto nach Sozialversicherungsabzug fällt keine Lohnsteuer an. Die unteren 50 Prozent der Einkommensbezieher leisten in Summe lediglich rund ein Prozent des gesamten Lohn- und Einkommensteueraufkommens.
Vergütungsexperte Conrad Pramböck weist darauf hin, dass die Statistik stark von Teilzeit geprägt ist. Rund die Hälfte der Frauen arbeitet in Österreich Teilzeit, was die Durchschnittswerte deutlich nach unten drückt.
Wer seine eigene Position in dieser Einkommensskala bestimmen möchte, muss sein Bruttomonatsgehalt mit den genannten Schwellenwerten abgleichen – maßgeblich ist dabei stets das Einkommen vor Steuern und Sozialabgaben, hochgerechnet auf 14 Monatsgehälter. Für eine Steigerung des Einkommens stehen grundsätzlich drei Wege offen: kurzfristig über Gehaltsverhandlungen oder einen Jobwechsel, mittelfristig durch Spezialisierung und Weiterbildung, langfristig durch die Übernahme von Führungsverantwortung oder den Einstieg in besonders gut entlohnte Branchen wie IT, Energie oder Finanzwesen.
Der Aufstieg in die obersten zehn Prozent gelingt dabei in der Regel nur mit hoher Qualifikation, dem Tragen von Verantwortung – oder dem Eingehen unternehmerischer Risiken.