Über 100.000 Anträge in wenigen Monaten – Österreichs neue Geräte-Förderung boomt. Doch ihr Ende ist bereits besiegelt.
Trotz ihres erst kürzlichen Starts verzeichnet die „Geräte-Retter-Prämie“ bereits beachtliche Zahlen: Der seit Jänner verfügbare Zuschuss von 130 Euro, der den beliebten Reparaturbonus ablöst, hat österreichweit zur Jahresmitte die Marke von 100.000 beantragten Förderbons deutlich überschritten – ein Großteil davon wurde bereits ausbezahlt. Das Programm läuft allerdings nur bis Ende 2026.
Ziel der Prämie ist es, Haushalte bei der Reparatur defekter Elektrogeräte finanziell zu entlasten. Gefördert werden etwa Waschmaschinen, Kühl- und Gefriergeräte, Kaffeemaschinen, Staubsauger und Akkuschrauber. Neu in den Förderrahmen aufgenommen wurde außerdem der Bereich Pflege und Medizin: Reparaturen von Rollstühlen, Pflegebetten, Beatmungsgeräten oder Blutdruckmessgeräten sind nun ebenfalls anspruchsberechtigt.
Bereits in den drei Jahren zuvor gehörte der Reparaturbonus mit jährlich Hunderttausenden Anträgen zu den meistgenutzten Förderangeboten für österreichische Privathaushalte.
Förderumfang & Konditionen
Der Zuschuss deckt 50 Prozent der anfallenden Reparaturkosten ab, wobei pro Gerät maximal 130 Euro gefördert werden. Für die Erstellung eines Kostenvoranschlags kann zusätzlich ein Betrag von bis zu 30 Euro beantragt werden. Wie das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie mitteilt, werden die meisten Bons für Reparaturen von Kaffeemaschinen, Geschirrspülern, Laptops, Waschmaschinen und Backöfen ausgestellt.
Geschäftsfähige Privatpersonen mit Wohnsitz in Österreich können den Bon ausschließlich online über die Website geraete-retter-praemie.at beantragen. Der Bon wird digital erstellt, ist ab Ausstellung drei Wochen gültig und kann innerhalb dieser Frist bei einem teilnehmenden Partnerbetrieb eingelöst werden. Pro Elektro- oder Elektronikgerät kann nur ein Bon beantragt werden – nach Einlösung kann für ein weiteres Gerät jedoch erneut ein Bon beantragt werden. Die Förderung wird nicht vor Ort ausbezahlt, sondern von der Kommunalkredit Public Consulting (KPC) direkt auf das bei der Bon-Erstellung angegebene Bankkonto überwiesen.
Gegenüber dem früheren Reparaturbonus wurde der Förderumfang jedoch merklich reduziert. Fahrräder und E-Bikes, Smartphones sowie Luxus-, Wellness- und Unterhaltungsgeräte fallen nicht mehr unter die Förderkriterien. Umweltminister Norbert Totschnig wertet den raschen Anstieg der Anträge als klares Signal für die Akzeptanz des neuen Modells.
Förderung läuft aus
In einem Ö1-Interview im Mai ließ Umweltminister Norbert Totschnig (ÖVP) offen, ob die „Geräte-Retter-Prämie“ über das Jahr 2026 hinaus fortgeführt wird. „Die Budgetverhandlungen laufen noch“, heißt es aus dem Ministerium. Das Ende der Förderung mit Jahresende ist jedoch bereits beschlossen – weitere Budgetmittel für das Programm sind nicht vorgesehen.
Die neue Prämie, die erst in diesem Jahr den Reparaturbonus abgelöst hat, wird damit – wie zahlreiche andere Fördermaßnahmen auch – den laufenden Sparmaßnahmen zum Opfer fallen und mit Ende 2026 eingestellt.