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Quallenplage

Quallen legen französisches Atomkraftwerk fast komplett lahm

Quallen legen französisches Atomkraftwerk fast komplett lahm
Foto: iStock
2 Min. Lesezeit |

Winzige Meerestiere legen eines der größten Atomkraftwerke Frankreichs fast vollständig lahm – und es ist nicht das erste Mal.

Im Atomkraftwerk Gravelines an der französischen Nordseeküste hat ein massiver Qualleneinfall den Betrieb der Anlage erheblich beeinträchtigt. Drei der sechs Reaktoren mussten infolge des Vorfalls vollständig vom Netz genommen werden, ein vierter kann derzeit nur mit reduzierter Leistung betrieben werden. Da der sechste Reaktor planmäßig in der Wartung ist, befindet sich gegenwärtig lediglich ein einziger Reaktor im regulären Betrieb.

Betreiber EDF versicherte jedoch, dass weder die Sicherheit der Anlage noch die der Belegschaft oder der Umgebung durch den Vorfall gefährdet sei. Wo genau die Quallen aufgetaucht sind und auf welche Weise sie den Betrieb konkret beeinträchtigten, ließ EDF zunächst offen.

Kein neues Problem

Bereits im Vorjahr hatte das Kraftwerk mit einem vergleichbaren Problem zu kämpfen: Quallen waren damals in die Filtersysteme der Wasserpumpstationen eingedrungen und hatten deren Funktion gestört. Diese Systeme spielen eine zentrale Rolle für den Betrieb der Anlage, da das Kraftwerk auf große Wassermengen zur Kühlung angewiesen ist. Gelangen Quallen in die Ansaug- und Filtersysteme, können sie deren Funktion erheblich beeinträchtigen.

Damals dauerte es einige Tage, bis die betroffenen Reaktoren wieder hochgefahren werden konnten. Wie lange die aktuellen Einschränkungen andauern werden, ist noch unklar – das Vorjahr hat jedoch gezeigt, dass der Betrieb wieder aufgenommen werden kann, sobald die Tiere weiterziehen und die Systeme wieder frei sind.

Gravelines im Überblick

Das Kraftwerk Gravelines befindet sich im Norden Frankreichs an der Kanalküste, etwa auf halbem Weg zwischen Calais und Dünkirchen. Es zählt zu den größten Kernkraftwerken des Landes und ist Teil eines nationalen Kraftwerksparks mit knapp 20 Anlagen.

Ein durch Meerestiere verursachter Betriebsausfall ist für ein Atomkraftwerk zwar ein ungewöhnliches Szenario – ein völlig neues Phänomen ist es allerdings nicht. Im August 2025 hatte ein Quallenschwarm bereits im Atomkraftwerk Paluel in Frankreich zu ähnlichen Problemen geführt: Reaktor 4 musste heruntergefahren werden, Reaktor 3 konnte nur noch mit reduzierter Leistung betrieben werden.

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KO KOSMO-Redaktion
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