Keine Artikel gefunden
Versuche einen anderen Suchbegriff
Infrastrukturprojekt

511 Millionen Euro: Wien startet Mega-Bauprojekt mit Folgen für Pendler

511 Millionen Euro: Wien startet Mega-Bauprojekt mit Folgen für Pendler
Foto: iStock
3 Min. Lesezeit |

511 Millionen Euro, fünf Kilometer, drei Bauphasen – Wien startet ein Schienenprojekt mit weitreichenden Folgen für Pendler und Anrainer.

Am Freitag fiel der offizielle Startschuss für eines der größten Infrastrukturprojekte im Wiener Schienenverkehr: Mit einem symbolischen Spatenstich wurde die Modernisierung der Verbindungsbahn zwischen Wien-Meidling und Wien-Hütteldorf eingeläutet. Die Bauarbeiten, die in drei Phasen abgewickelt werden, sollen bis 2036 abgeschlossen sein. Der Bauabschnitt Nord läuft von 2026 bis voraussichtlich Mitte 2030 (Wien Hütteldorf bis Höhe Schrutkagasse mit neuer Haltestelle Wien Hietzinger Hauptstraße), der Bauabschnitt Mitte von 2030 bis voraussichtlich Mitte 2032 (Höhe Schrutkagasse bis Hofwiesengasse mit Modernisierung der Haltestelle Wien Speising) und der Bauabschnitt Süd von 2035 bis voraussichtlich 2036 (Hofwiesengasse bis Rosenhügelsteg mit neuer Haltestelle Wien Stranzenbergbrücke). Während der gesamten Bauzeit bleibt der Zugverkehr auf der Strecke eingeschränkt.

Milliardenprojekt Verbindungsbahn

Das Vorhaben hat erhebliche Dimensionen: Auf einer Gesamtlänge von fünf Kilometern wird die Strecke grundlegend ausgebaut, die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 511,5 Millionen Euro. Verkehrsminister Peter Hanke und weitere Vertreter aus Politik und Bahn unterstrichen bei der Veranstaltung die strategische Bedeutung der Verbindungsbahn, die als Bindeglied zwischen der West- und der Südstrecke fungiert. Während der Bauarbeiten bleibt ein Gleis für den innerbetrieblichen Betrieb sowie in Ausnahmefällen befahrbar.

Darüber hinaus sind zwei neue Haltestellen – an der Hietzinger Hauptstraße und der Stranzenbergbrücke – sowie die Erneuerung der bestehenden Station Speising vorgesehen. Sechs beschrankte Bahnübergänge sollen im Zuge der Arbeiten aufgelassen werden. Nach Fertigstellung des Projekts sollen diese durch offene, barrierefreie und dauerhaft verfügbare Querungsmöglichkeiten ersetzt werden.

Einschränkungen & Kritik

Dass das Projekt für Fahrgäste und Anrainer nicht ohne Einschränkungen zu bewältigen sein wird, räumte ÖBB-CEO Andreas Matthä offen ein: „Es wäre unehrlich zu sagen, dass es keine Belastungen geben wird, weil die wird es geben.“ Ein Schienenersatzverkehr zwischen Wien-Meidling und Wien-Hütteldorf soll die Ausfälle im Personenverkehr abfedern. Der Ersatzverkehr hält in Wien Meidling, Wien Speising, an der künftigen Haltestelle Wien Hietzinger Hauptstraße und in Wien Hütteldorf. Das erklärte Ziel der Maßnahmen ist ein 15-Minuten-Takt im S-Bahn-Betrieb ab 2036.

Im Vorfeld der Veranstaltung hatten Bürgerinitiativen Kritik an dem Vorhaben geäußert; beim Spatenstich selbst verlief die Veranstaltung jedoch ohne Zwischenfälle. Die Bezirksvorsteherin von Wien-Hietzing, Johanna Sperker, signalisierte Verständnis für die Anliegen der betroffenen Bevölkerung.

Unabhängiger Journalismus braucht Unterstützung

Guter Journalismus entsteht nicht nebenbei. Gründliche Recherche, sorgfältige Faktenprüfung und eine kritische Einordnung brauchen Zeit, Erfahrung und Ressourcen. Damit wir weiterhin unabhängig berichten können – frei von politischem oder wirtschaftlichem Einfluss – sind wir auf deine Unterstützung angewiesen.

Hilf mit, unabhängigen Journalismus zu sichern.
KO KOSMO-Redaktion
Teilen