Sprit wird günstiger – doch für viele Österreicher kam die Entlastung nicht früh genug. Ihr Alltag hat sich längst verändert.
Die österreichische Bundesregierung weitet die Spritpreisbremse aus und verlängert sie bis Ende November. Ab dem 1. Oktober profitieren Autofahrerinnen und Autofahrer von einer Entlastung in Höhe von 12,2 Cent pro Liter Kraftstoff – ermöglicht durch eine Senkung der Mineralölsteuer um 6,7 Cent sowie einen regulatorischen Eingriff bei den Gewinnmargen der Ölkonzerne im Ausmaß von 3,5 Cent. Die Maßnahmen sind vorerst bis zum 30. November befristet. Pro Tankfüllung sollen sich damit Einsparungen von rund fünf Euro ergeben.
Verhalten der Österreicher
Dass die hohen Spritpreise im Alltag vieler Menschen längst Spuren hinterlassen haben, belegt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Unique Research, die im Auftrag von „Heute“ zwischen dem 21. und 24. September unter rund 500 Österreicherinnen und Österreichern durchgeführt wurde. Demnach haben 26 Prozent der Befragten die Nutzung ihres Autos bereits eingeschränkt, während 25 Prozent gezielt zu günstigeren Tageszeiten tanken.
Besonders ausgeprägt ist die Zurückhaltung unter ÖVP-Wählerinnen und -Wählern: 33 Prozent von ihnen lassen ihr Fahrzeug am häufigsten stehen. SPÖ-Wählerinnen und -Wähler hingegen setzen eher auf strategisch günstigeres Tanken.
Geschlecht und Alter
Auffällig sind auch die Unterschiede zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen. Frauen passen ihr Fahrverhalten häufiger in Richtung sparsamerer Fahrweise an als Männer. Bei den über 60-Jährigen zeigt sich eine stärkere Bereitschaft, auf Autofahrten gänzlich zu verzichten, während jüngere Befragte ihr Verhalten bislang am wenigsten verändert haben.
Meinungsforscher Peter Hajek ordnet die Ergebnisse wie folgt ein: „Man merkt, dass das Thema Spritpreis eine wichtige Rolle in vielen Haushalten spielt. Nur jeder Fünfte hat sein Tank- und Fahrverhalten nicht verändert.“