Ein toter Ziegenbock im Zillertal hat weitreichende Konsequenzen – Tirol reagiert mit einer Abschussverordnung für einen Schadwolf.
Nach dem Fund eines toten Ziegenbocks im Almgebiet von Fügenberg im Zillertal hat die Tiroler Landesregierung eine Abschussverordnung für einen Schadwolf erlassen. Ein Amtstierarzt hatte das verendete Tier untersucht und einen Wolf als wahrscheinlichen Verursacher eingestuft.
Die Verordnung trat am Mittwoch mit ihrer Kundmachung in Kraft und gilt für die Bezirke Schwaz und Innsbruck-Land bis zum 31. Oktober. Die örtliche Jägerschaft wurde über die Maßnahme in Kenntnis gesetzt.
Anhaltende Konflikte
Es ist nicht das erste Mal, dass die Landesregierung in der Region zu diesem Mittel greift, was auf anhaltende Konflikte zwischen Wolfsvorkommen und lokaler Viehwirtschaft hinweist. Die aus ÖVP und SPÖ bestehende Koalition sieht sich dabei mit einem grundlegenden Interessenkonflikt konfrontiert: dem Schutz der Nutztierbestände auf der einen und den Anforderungen des Artenschutzes auf der anderen Seite. Jeden Vorfall lässt die Landesregierung gesondert prüfen, um darauf aufbauend verhältnismäßige Maßnahmen zu setzen.
Geteilte Reaktionen
Die Abschussverordnung stößt in der Bevölkerung auf unterschiedliche Resonanz. Während ein Teil der betroffenen Landwirte die Reaktion der Behörden begrüßt, fordern andere Stimmen nachhaltigere und längerfristig angelegte Lösungsansätze im Umgang mit der Wolfspopulation, um wiederkehrende Konflikte mit der Almwirtschaft künftig zu verringern.