Ein Spaziergang am Rheinufer endet mit einem Großeinsatz – der Grund liegt Jahrzehnte zurück und birgt hochgefährlichen Sprengstoff.
Ort des Geschehens
Am Sonntagmittag entdeckte ein Spaziergänger am Rheinufer bei Neuss-Fleher Brücke einen verdächtigen Gegenstand, der umgehend einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr auslöste.
Bei dem Objekt handelte es sich um einen stark verrosteten Metallkörper, aus dem weißer Rauch aufstieg und der stellenweise in Flammen stand. Der Verdacht auf ein Kampfmittel bestätigte sich rasch: Experten identifizierten den Gegenstand als britische Brandbombe vom Typ INC 30 LB aus dem Zweiten Weltkrieg. Im vorderen Bereich der Bombe befanden sich 300 Gramm weißer Phosphor.
Kontrolliertes Abbrennen
Die Einsatzkräfte riegelten das betroffene Gebiet unverzüglich ab und richteten eine Brandwache ein. Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes übernahmen die weitere Beurteilung der Lage. Der weiße Phosphor hatte sich entzündet, weil er infolge des niedrigen Wasserstands an der Oberfläche freilag und beim Kontakt mit Sauerstoff reagierte. Eine weitere Ausbreitung des Feuers konnte verhindert werden; die Einsatzkräfte ließen den Metallkörper kontrolliert abbrennen.
Die Bombe stammt aus den alliierten Luftangriffen auf Deutschland während des Zweiten Weltkriegs. Die ursprüngliche Hauptbrandladung, ein Gemisch aus Benzin und Kautschuk, war durch die jahrzehntelange Lagerung im Wasser bereits vollständig ausgespült worden und stellte keine Gefahr mehr dar. Dass derartige Fundstücke noch Jahrzehnte nach Kriegsende auftauchen, ist keine Seltenheit: Zahlreiche Bomben aus jener Zeit sind nie detoniert und lagen seither an schwer zugänglichen Stellen verborgen.
Appell der Behörden
Die Behörden richten einen dringenden Appell an die Bevölkerung: Wer einen verdächtigen Gegenstand entdeckt, sollte diesen keinesfalls berühren oder sich ihm nähern, sondern sofort Polizei oder Feuerwehr verständigen. Nur ausgebildete Fachkräfte sind in der Lage, das tatsächliche Gefahrenpotenzial solcher Funde zuverlässig einzuschätzen.
Der Einsatz am Rheinufer bei Neuss dauerte insgesamt rund drei Stunden.