Ein Kebab mit tödlichen Folgen: Drei Jahre nach dem Vorfall in Kärnten beginnt nun der Prozess gegen das Betreiberpaar.
Drei Jahre nach einem tödlichen Vorfall in einem Kebab-Lokal in Kärnten muss sich das ehemalige Betreiberpaar des inzwischen geschlossenen Restaurants nun vor Gericht verantworten.
Im Juni 2023 starb ein 63-jähriger Mann aus dem Bezirk Villach-Land an Multiorganversagen, das auf eine Salmonellenvergiftung zurückzuführen war. Ausgelöst wurde die Infektion durch den Verzehr eines Hühner-Kebabs. Das verwendete Geflügelfleisch stammte aus Polen und hätte beim Bratvorgang von Salmonellen befreit werden müssen.
Sachverständige stellten jedoch schwerwiegende Hygienemängel fest: Das Betreiberpaar soll dasselbe Reinigungstuch sowohl vor als auch nach dem Braten verwendet haben, was eine Kontamination des Fleisches ermöglichte.
Anklage & Verfahren
Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Paar Anklage wegen fahrlässiger Tötung sowie wegen Verstößen gegen das Lebensmittelsicherheitsgesetz erhoben. Im Falle einer Verurteilung drohen den Angeklagten bis zu zwei Jahre Haft. Nachdem die Oberstaatsanwaltschaft Graz im Jahr 2024 zunächst weitere Ermittlungen angeordnet hatte, wurde schließlich 2025 ein Strafantrag beim Landesgericht Klagenfurt eingebracht.
Der Prozess findet nun in Klagenfurt statt, wobei Verzögerungen durch rechtliche Auseinandersetzungen sowie einen Wechsel der Rechtsvertretung entstanden. Für die Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung.
Zu Beginn hatte sich das Bezirksgericht Villach für nicht zuständig erklärt, was den Verfahrensstart zusätzlich verzögerte. Weitere Ermittlungsschritte und der Wechsel des Verteidigers zogen den Fall weiter in die Länge. Am Landesgericht Klagenfurt erhofft man sich nun eine abschließende Klärung des Falls.