Milorad Dodik, Vorsitzender der Partei SNSD, hat sich in einem Interview beim Fernsehsender ATV in Banja Luka erneut für eine Abspaltung der Republika Srpska von Bosnien und Herzegowina ausgesprochen – diesmal mit dem ausdrücklichen Bekenntnis zur Gewaltlosigkeit.
Dodik skizzierte dabei ein Szenario, das ohne physische Grenzen, Reisebeschränkungen oder Einschränkungen für wirtschaftliche Aktivitäten auskommen soll. Als mögliches Modell für eine künftige wirtschaftliche Verflechtung nannte er eine Währungsunion nach dem Vorbild der Eurozone – eine Konstruktion, die Trennung und Kooperation zugleich ermöglichen würde.
„Das Beste für die Muslime wäre, dass wir uns auf friedlichem Weg trennen und auf friedliche Weise vereinbaren, wie wir funktionieren werden“, sagte Dodik. Er zeigte sich überzeugt, dass eine einvernehmliche Neuordnung der Beziehungen zwischen den Entitäten langfristig stabiler wäre als der gegenwärtige Status quo.
Rote Linien
Gleichzeitig zog Dodik klare rote Linien: Das Eigentum der Republika Srpska, deren Polizeikräfte sowie das Recht auf eine eigene Armee seien nicht verhandelbar.
„Das Einzige, worüber wir nicht sprechen können, ist das Eigentum, das der Republika Srpska gehört, unsere Polizei und unsere Notwendigkeit, gemäß der Verfassung eine Armee der Republika Srpska zu bilden“, betonte er. Diese Punkte sieht er als konstitutiv für die regionale Selbstbestimmung der Entität.
Internationaler Widerstand
Dodiks Vorstoß stößt international auf erheblichen Widerstand. Christian Schmidt, der Hohe Repräsentant in Bosnien und Herzegowina, warnte bereits vor den Konsequenzen solcher Bestrebungen: „Ich befürchte, dass wir im nächsten Jahr Dodiks Versuche einer Teilung des Landes erleben werden.“
Schmidt forderte eine entschlossene Reaktion der internationalen Gemeinschaft sowie der politischen Akteure in Bosnien und Herzegowina.